Nach Mitarbeiter-Kritik steigt Google aus Pentagon-KI-Projekt aus

Das Pentagon ist der Hauptsitz des US-Verteidigungsministeriums.
Google werde sich nicht um eine Vertragsverlängerung beim Pentagon bemühen. Der US-Konzern arbeitet mit dem US-Verteidigungsministerium an einer Software, die mit Künstlicher Intelligenz die Aufnahmen von Drohnen analysiert. Nun will Google aussteigen, wie Cloud-Chefin Diane Greene laut 'Gizmodo' den Mitarbeitern am Freitag an einem Treffen sagte. Das Onlinemagazin beruft sich auf drei unabhängige Quellen.
 
Der aktuelle Vertrag laufe 2019 aus und es werde laut Greene keinen neuen geben. Der Backlash sei schrecklich für Google gewesen, begründete sie den Mitarbeitern gegenüber die Entscheidung.
 
Im Vorfeld hatten Google-Mitarbeitende ihren Arbeitgeber in einem offenen Brief darum gebeten, das Pentagon-Projekt Maven zu beenden. Google solle sich nicht am "Geschäft mit dem Krieg" beteiligen. Einige Angestellte hatten das Unternehmen deswegen verlassen. Nächste Woche wolle Google zudem ethische Richtlinien für den Einsatz von KI vorstellen.
 
Google habe das Projekt nach aussen herunter gespielt, schreibt 'Gizmodo' weiter. Der Vertrag habe einen relativ geringen Wert und der Beitrag von Google bestehe lediglich daraus, das Verteidigungsministerium mit Open-Source-Software zu versorgen, habe es von Seiten des Unternehmens geheissen. Aber interne E-Mails, die dem Magazin vorliegen, würden zeigen, dass das Management das Projekt als "goldene Gelegenheit" betrachtet hätte, das die Türen für weitere Geschäfte mit dem Militär und Geheimdiensten öffnen würde. Die E-Mails würden zeigen, dass Google gehofft habe, insbesondere auch Cloud-Aufträge vom Pentagon gewinnen zu können. Gleichzeitig gehe aus ihnen hervor, dass das Management besorgt darüber war, wie das Engagement des Konzerns für das Verteidigungsministerium von aussen wahrgenommen wurde. (kjo)