WWDC: Was bringt Apple neues für Techbranche und Entwickler?

iOS und MacOS rücken näher zusammen, AR und KI werden gepusht und es soll mehr Kontrolle für Anwender geben.
 
Apples World Wide Developers Conference (WWDC) hat begonnen und alle berichten über Ankündigungen und Neuerungen: Walkie-Talkie-Modus der Apple-Watch, Funktionen gegen Handy-Sucht, mehr Datenschutz für Safari… Aber was hat Apple eigentlich neues für Techbranche und Entwickler zu bieten?
 
iOS und MacOS rücken näher zusammen… langsam
Im kommenden Jahr werde Apple es mit Hilfe eines neuen Frameworks einfacher machen, iOS-Apps auf Mac-Computer zu bringen, kündigte Software-Chef Craig Federighi an – ungewöhnlich frühzeitig für Apple. In den vergangenen Jahren war immer wieder über ein solches Projekt des Konzerns spekuliert worden. Komplett wolle Apple iOS und MacOS aber nicht miteinander verschmelzen, betonte Federighi.
 
Und für das neue MacOS 10.14 soll dies noch nicht möglich sein, sondern erst mit den nächsten geplanten Betriebssystemen MacOS 10.15 und iOS 13, wie 'Heise' vermutet. Apple selber schreibt in einer Mitteilung, dass das Framework Ende 2019 lanciert werden soll.
 
MacOS: Apps müssen für neuen Modus angepasst werden
Das neue MacOS namens Mojave wird einen Dark-Modus umfassen, der bereits von allen Apple-Apps unterstützt wird. Für andere Hersteller werde eine API bereitgestellt, damit diese ihre Software anpassen können, so Apple.
 
Desweiteren verspricht Apple den Mac-Usern mehr Kontrolle: So sollen Apps nur noch auf Kamera und Mikrofon – aber auch auf persönlich Daten wie den E-Mail-Verlauf – zugreifen können, wenn der Anwender dies autorisiert. Auch legt sich Apple mit Facebook und Co. an: Eine erweiterte "Intelligent Tracking Prevention" soll helfen, Social Media-Buttons wie "Gefällt mir" oder "Teilen" zu blockieren und Widgets zu kommentieren, die Benutzer ohne Erlaubnis verfolgen.
 
Das neue MacOS wird Macs unterstützen, die ab Mitte 2012 erschienen sind. Hinzu kommen Pro-Geräte im Alu-Design, die zwischen 2010 und 2012 auf den Markt gekommen sind und eine Metalfähige Grafikkarte aufweisen. Welche Geräte dies genau umfasst, hat Apple aber noch nicht kommuniziert.
 
Die finale Version des Betriebssystems soll im Herbst erscheinen. Die Entwickler-Vorschau gibt es ab sofort für im Apple Developer Program angemeldete Entwickler, die öffentliche Beta-Version soll Ende Juni verfügbar sein.
 
Schwerpunkte des neuen iOS: AR…
Das neue iOS soll auf dem iPhone ab dem im Herbst 2013 veröffentlichten 5s-Modell laufen. Apple betonte zugleich, dass das nächste
Das neue MacOS Mojave umfasst einen Dark-Modus. Bild: Apple
iPhone-System auch bei älteren Geräten die Performance verbessere, allein dadurch, dass die Software die Computer-Ressourcen besser verwalte. Auf manchen Geräten soll iOS 12 etwa beim Starten von Apps doppelt so schnell sein wie zuvor, verspricht Apple in einer Mitteilung.
 
Das Betriebssystem soll im Herbst lanciert werden. Die Vorschau steht aber ab heute für Mitglieder des Apple-Developer-Programms zur Verfügung, die Beta soll noch in diesem Monat zugänglich werden.
 
Ein Schwerpunkt beim iOS 12 ist Augmented Reality (AR): Es wird eine neue Generation von Apples AR-Plattform ARKit geben. Unter anderem bekommen die iPhones eine Apple-App, mit der Gegenstände vermessen werden können. Ausserdem können nun zwei Nutzer mit denselben virtuellen Objekten in realer Umgebung interagieren. Das soll zum Beispiel neue Spiel-Erlebnisse ermöglichen.
 
Gemeinsam mit dem Animationsstudio Pixar entwickelte Apple ein neues Datenformat namens "usdz" für virtuelle Inhalte. Damit kann zum Beispiel ein 3D-Gegenstand wie eine Kaffeemaschine oder eine Gitarre einfacher bearbeitet, verschickt und auch in Web-Ansichten integriert werden. Damit soll es einfacher werden "AR fast überall in iOS zu erleben", wie Apple schreibt.
 
...und Siri
Entwickler sollen im iOS 12 künftig Shortcuts erstellen können, um Siri neue Befehle beizubringen. Dasselbe gilt für User: Sie werden Siri in mehr Apps einsetzen und ganze Bündel an automatisierten Aktionen erstellen können, die mit einem Schlüsselsatz ausgelöst werden. Nach den Worten "Ich fahre nach Hause", könnte das Telefon zum Beispiel die Fahrzeit ermitteln und der Familie eine Nachricht schicken.
 
Die Assistenzsoftware soll mit der nächsten Version des iPhone-Betriebssystems häufiger von alleine "mitdenken". Siri soll häufiger automatisch erstellte Vorschläge für die nächsten Aktionen machen. So könnte zum Beispiel am Morgen im Sperrbildschirm rechtzeitig der Vorschlag auftauchen, das übliche Kaffeegetränk über eine App im gewohnten Lokal zu bestellen.
 
Die Videochat-Software FaceTime unterstützt künftig Gruppen von bis zu 32 Nutzern.
 
Keine neue Hardware
Ankündigungen neuer Geräte gab es nicht. Apple stellt neue iPhones traditionell im September vor – und andere Geräte ohne festen Rhythmus. (ts/sda)