GitHub-Übernahme löst eine Kontroverse aus

Microsoft liebt Open Source und kauft für sehr viel Geld GitHub, die wichtigste Cloudlösung für Software-Repositories. Aber liebt Open Source auch Microsoft? Je nachdem, wen man fragt, so eine erste Zwischenbilanz der Reaktionen auf die 7,5 Milliarden-Dollar-Übernahme.
 
Es werde einen Backlash der Entwickler geben, prognostiziert 'MIT Technology Review'. Microsoft werde die Community beeinflussen wollen und kriege einen guten Überblick über Millionen von Repositories inklusive solcher von Google und Facebook. Ausserdem sei Microsoft seit Jahren bekannt für die Strategie "umarmen, ausbauen, löschen", glauben manche und es gebe aktuell zu wenige Gründe, um dem Konzern zu vertrauen.
 
Und Patente sind ein Thema, nach wie vor: "Ich würde gerne wissen, ob sie sich dazu verpflichten, die Betreiber von Open-Source-Software für Patentgebühren nicht mehr zu quälen", sagte Simon Phipps, Präsidenten der Open Source Initiave, der Organisation, die Open-Source-Lizenzen genehmigt, gegenüber 'ITPro Today'. Microsoft müsse seine bisherigen Produkte in die Open-Source-Philosophie integrieren.
Nun sei seitens Microsoft "Fingerspitzengefühl" gefragt, kommentiert 'Heise.de' gefühlvoll.
 
Manche Entwickler und Firmen warten gar nicht ab: "Wir verzeichnen das Zehnfache des üblichen Traffics", gab Konkurrent GitLab bekannt. Allerdings ist es noch zu früh, um abzuschätzen, ob es ernsthafte Migrationsbewegungen von Projekten und Repositories sind. 50'000 gezügelte Projekte sollen es bis anhin sein. Von wichtigen allerdings ist bislang nichts bekannt. 'Cryptography Buzz' zitiert Bitcoin-Core-Developer Wladimir van der Laan mit den Worten, Bitcoin solle zügeln.
 
CIOs zeigen sich optimistischer. Laut 'Wall Street Journal' begreifen sie den Microsoft-Schritt und glauben, es zeige den Willen von Microsoft zum Wandel. Ob dies allerdings einen grundlegenden Wandel in der Open-Source-Welt darstelle, müsse sich zeigen.
 
Es gibt zudem auch Stimmen, welche dies als Sieg für Open-Source-Software sehen.
 
Microsoft will die Gemüter beruhigen und sagt, dass GitHub weiterhin unabhängig arbeiten wird. "Wir erkennen die Verantwortung an, die wir mit dieser Vereinbarung übernehmen", schrieb CEO Satya Nadella in einem Blogbeitrag über die Übernahme. "Wir fühlen uns verpflichtet, eine GitHub-Community zu leiten, welche ihr Entwickler-Ethos behält, unabhängig agiert und eine offene Plattform bleibt. Wir werden immer auf Entwickler-Feedback hören und in Grundlagen und neue Fähigkeiten investieren." (mag)