TSB Bank: Aufseher legt Details zu IT-Migrationsdebakel offen

Seit April dauern die Probleme mit der Migration des Kernbankensystems bei der britischen TSB-Bank an. Nun machen Aufseher und Regulatoren öffentlich Druck. Kritisiert wird TSB-Chef Paul Pester wegen seiner "optimistischen Sicht" der Migration, die während einiger Zeit 1,9 Millionen Kunden daran hinderte, Online-Bankdienstleistungen zu nutzen.
 
Aber es gibt nicht nur Kritik, die Aufsichtsbehörden untersuchen nun die Migration.
Der Chef der Financial Conduct Authority (FCA), Andrew Bailey, publizierte einen entsprechenden Brief mit Hintergrund-Informationen PDF). Üblicherweise würden derartige Briefe nicht publiziert, so Bailey, aber in diesem Falle sei dies nötig, wegen des öffentlichen Interesses und weil TSB möglicherweise nicht genügend transparent sei.
 
Der zehnseitige Brief ist auch interessant, weil er zum einen aufzeigt, wie sich die TSB organisatorisch aufstellte, um den Migrationsentscheid fällen zu können. Zum andern beinhaltet er auch Vorschläge für eine Kommunikationsstrategie. Nicht zuletzt wird deutlich, dass die TSB sagte, "die grosse Mehrheit der Kunden" habe keine Probleme, während aber nur 50 Prozent der Kunden beim Online-Banking auf Anhieb keine Probleme hatten.
 
Auch würde sich die FCA wünschen, vom Bank-CEO wesentlich mehr über die Erkenntnisse der IBM-Spezialisten zu erfahren, welche nach der missglückten Migration zur Problembehebung eingeflogen worden waren.
 
Laut 'BBC' haben einige TSB-Kunden nach wie vor Probleme. (mag)