Microsoft versenkt mal wieder ein RZ im Meer

Das scheint langsam zur Gewohnheit zu werden. Microsoft hat schon im Herbst 2015 im Rahmen des Projekts "Natick" ein erstes RZ ins Meer versenkt, damals vor der kalifornischen Küste. Nun hat der Softwarekonzern vor den schottischen Orkney-Inseln ein weiteres Datenzentrum im Meer versenkt. Das Unternehmen wolle mit diesem Versuchsprojekt die Entwicklung von energieautarken Unterwasser-Datenzentren weiter vorantreiben, teilte Microsoft UK mit.
 
Das etwa containergrosse Datenzentrum auf dem Meeresgrund ist ein Prototyp und scheint, aufgrund der Bilder geschätzt, etwa dreimal so gross zu sein wie das Modell aus dem Jahr 2015. Microsoft zufolge kann der etwa zwölf Meter lange weisse Zylinder voller Computer bis zu fünf Jahre lang ohne Wartung Daten speichern und verarbeiten.
 
Sollte allerdings in dieser Zeit etwas kaputtgehen, ist eine Reparatur nicht möglich, wie die 'BBC' berichtet. Das kalte Meerwasser vor den Inseln im Norden Schottlands kühle das Datenzentrum, dadurch verbrauche es nur wenig Energie, so Microsoft.
 
Die benötigte Energie kommt per Unterseekabel demnach von regionalen erneuerbaren Energiequellen. Genutzt würden Gezeitenturbinen des European Marine Energy Centre, zudem Wind und Solarzellen. Der Datenverkehr erfolgt ebenfalls über dieses Kabel.
 
Das Datenzentrum beherbergt 864 Server von Microsoft und hat eine Kapazität von 27,6 Petabyte.
 
Die Platzierung bei den Orkney-Inseln, die von gerade Mal 20'000 Menschen bewohnt werden, scheint allerdings der ursprünglichen Begründung für das Projekt stark zu wiedersprechen. Damals redete Microsoft davon, dass man neue Möglichkeiten finden wolle, Rechenzentren in der Nähe von grossen Metropolen zu platzieren – und davon liegen ja global sehr viele am Meer – wo das Platzangebot an Land beschränkt ist. (hjm/sda)