Postfinance sei zu analog aufgestellt

Niedrigzinsen und gesetzliche Regulierung haben das traditionelle Geschäftsmodell der Postfinance laut Unternehmenschef Hansruedi Köng in die Krise gestürzt. Damit begründet er den Abbau von 500 Stellen.
 
Noch ist unklar, welche Stellen genau betroffen sein werden. Dies gilt auch für die Informatik-Jobs. CIO Markus Fuhrer sagte aber im März zu inside-it.ch, dass es im Kontext des Wechsels des Kernbankensystems keine Abbaupläne bei der IT gebe.
 
Köng will automatisieren und digitalisieren
Weg vom alten Geschäftsmodell, hin zu einem digitalisierten neuen Weg, lautet das Credo. "Postfinance ist noch viel zu analog aufgestellt", gibt Köng zu. Das definierte Ziel des Finanzinstituts ist nichts weniger als "die führende digitale Bank in der Schweiz und unter den Top 10 der digitalen Banken in Europa" zu sein. Das sei ambitiös, sagt Köng. Doch dass Unternehmen müsse sich nun transformieren, um überlebensfähig zu sein. Es müsse ein "Digital Powerhouse" werden.
 
Die Bank werde umstrukturiert, Prozesse sollen automatisiert werden – man wolle sich digital transformieren. Nicht näher genannte Prozesse sollen ausgelagert und repetitive Aufgaben automatisiert werden. Konten beispielsweise sollen künftig digital eröffnet werden können. Für diese Aufgabe hat Postfinance bereits im Jahr 2016 mit Axon Ivy das Joint-Venture Finform gegründet.
 
Vom Stellenabbau betroffen sind unter anderem Berater, denn diese werden künftig keine eigenen Kunden mehr haben. Postfinance sieht eine "Kampagnensicht" vor, bei der die Kunden bei Fragen nicht ihren persönlichen Berater, sondern ein Call-Center anrufen. Ein Berater wiederum nimmt Kontakt mit unterschiedlichen Kunden für spezielle Angelegenheiten auf. (kjo/sda)