Luzerner Daten­schützer hat die Nase voll

Bereits bei der Präsentation seines Tätigkeitsberichtes vor rund einem Jahr, wies der Luzerner Datenschutzbeauftragte Reto Fanger auf fehlende Ressourcen hin. Seine personelle Situation sei unbefriedigend, bemerkte der Datenschützer. Und auch dieses Jahr wiederholte er sein Anliegen. Die Bewältigung von immer mehr Geschäftsfällen sei mit den seit 2005 unveränderten Ressourcen nicht mehr möglich, so Fanger im Vorwort zum Bericht 2017 (PDF).
 
Das Problem wurde offenbar nicht gelöst. Fanger habe aus Protest gegen die knappen Ressourcen gekündigt, schreibt die 'Luzerner Zeitung'. Eine ähnliche Situation gebe es auch im Kanton Zug und bei der Datenschutzstelle der Kantone Schwyz, Nid- und Obwalden.
 
Der Luzerner Datenschutzstelle stehen 90 Stellenprozent zur Verfügung, 50 Prozent für Fanger und weitere 40 Prozent für seinen Kollegen Wolfgang Sidler. "Seit 2015 werden Massnahmen zur Verbesserung angekündigt – und dann widerrufen", begründete Fanger seine Kündigung gegenüber der Zeitung.
 
Die Stelle ist nun ausgeschrieben – mit einem 50-Prozent-Pensum. Die Suche nach einem neuen Stelleninhaber könnte sich schwierig gestalten, wie dem Bericht der 'Luzerner Zeitung' weiter zu entnehmen ist. "Die Einsicht, dass es für den Datenschutz mehr Ressourcen braucht, hat sich in Luzern nicht durchgesetzt. Das werden auch die Interessenten feststellen", wird Beat Rudin, Präsident der kantonalen Datenschützer, zitiert. Dies könnte zur Folge haben, dass sich die besten Leute nicht melden, glaubt er. Konkurrenz gebe es zudem aus der Wirtschaft. Immer mehr Unternehmen seien auf der Suche nach Datenschutz-Spezialisten. Und die Angebote aus der Privatwirtschaft seien im Vergleich zur öffentlichen Verwaltung attraktiv, wie Rudin weiter festhält. (kjo)