Graubünden sucht Anbieter für flächendeckendes E-Voting-System

Graubünden sucht auf Simap einen Anbieter, der Installation und Betrieb des Systems für die flächendeckende elektronische Abstimmung im Kanton übernimmt. Der Vertrag läuft ab Anfang 2019 über sechs Jahre und soll im Anschluss jeweils automatisch verlängert werden.
 
Der Zuschlagsempfänger soll das System in einer eigenen Infrastruktur betreiben und warten, schreibt die Standeskanzlei Graubünden in der offenen Ausschreibung. Optional soll er auch Druck, Verpackung und Versand von Stimmrechts-Ausweisen für elektronisch Abstimmende übernehmen.
 
Im Februar hatte sich der Grosse Rat des Kantons mit bloss drei Gegenstimmen für die flächendeckende Einführung von E-Voting ausgesprochen. Auf Anfang 2020 soll das E-Voting bei einzelnen Pioniergemeinden eingeführt werden, ein Jahr später dann im ganzen Kanton. Es soll den einzelnen Gemeinden aber frei stehen, sich für oder gegen das Angebot der elektronischen Stimmabgabe zu entscheiden.
 
Dies ist der zweite Versuch des Kantons: Von 2010 bis 2015 konnten Auslandschweizer in Graubünden E-Voting nutzen. Dann aber stoppte der Bundesrat das Unterfangen, indem er das System aus Sicherheitsbedenken nicht für Inlandschweizer zuliess. Das damalige Konsortium von neun Kantonen löste sich in Folge auf. (ts)