Für einmal gibts gute Noten fürs Mistra des Astra

Bis in die jüngste Vergangenheit hatte sich das Bundesamt für Strassen (Astra) immer wieder Kritik wegen seines Managementinformationssystems Strasse und Strassenverkehr (Mistra) gefallen lassen müssen. Jetzt kommt die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) bei der soeben abgeschlossenen "Prüfung der Weiterentwicklung und des Betriebs des Informatiksystems Mistra" zu weitgehend positiven Ergebnissen.
 
Die EFK hatte Mistra bereits 2012 geprüft und das Resultat fiel sehr kritisch aus. Die EFK gab damals mehrere Empfehlungen ab und hat nun erneut beurteilt, wie das Programm weitergeführt wurde, wie die Systeme in den ordentlichen Betrieb übergegangen sind und ob der Nutzen nachhaltig gegeben ist.
 
Die Antworten fallen kurz und bündig aus: Mit dem Direktorenwechsel im Astra Anfang 2015 ist "ein radikaler Schnitt erfolgt" und das laufende Programm Mistra wurde gestoppt. Aber der "Weg in die Zukunft ist geebnet", heisst es.
 
2015 mussten die Fachabteilungen über die Bücher. Für die bereits gebauten oder eingekauften 18 Fachapplikationen mussten Kosten und Nutzen begründet werden. Der neue Direktor hatte 2015 einen Weiterentwicklungsstopp bis 2022 verfügt.
 
Im Gegensatz zum Astra fordert die EFK aber, zügig in die Zukunft zu starten und nicht mehr länger mit Weiterentwicklungen zu warten.
 
Dass der Fokus auf das Erhaltungsmanagement Nationalstrasse (EMNS) mit den dafür notwendigen IT-Werkzeugen gelegt worden sei, wird von der EFK dagegen positiv eingestuft. Lob erfährt das Astra auch für die konsequent einheitlich geregelten Verantwortlichkeiten der Fachabteilungen, des Bereichs Informatik und der Filialen. "Mehrere Gremien wurden aufgelöst und durch ein einziges Steuerungsboard Mistra ersetzt. Der Geschäftsleitungsausschuss Mistra entscheidet abschliessend bei allen wichtigen Geschäften", erklärt die EFK die Konsequenzen.
 
Zudem hätten die für die Datenpflege verantwortlichen Filialen fehlende und unvollständige Daten innert einer Zweijahresfrist nach einheitlichen Vorgaben ergänzt. So seien heute die für das EMNS notwendigen Basisdaten qualitativ verbessert worden. Die seien für die mit der Planung beauftragten Filialen von grossem Nutzen und werden auch entsprechend gepflegt. Das begrüsst der Bericht, auch wenn noch Verbesserungspotenzial bestehe, um die Arbeit weiter zu erleichtern.
 
So fehle es noch an Schnittstellen respektive Auswertungsmöglichkeiten und die vorhandenen Daten könnten während der Planung nicht effizient dargestellt werden. Das Astra führe zwar regelmässig Updates durch, setze auch kleinere Änderungen an einzelnen Applikationen um, doch grosse Weiterentwicklungen müssten vorläufig warten. Nur bisherigen Sofortlösungen werden innerhalb der nächsten Monate durch Ersatzprodukte oder durch die Integration in vorhandene Bundesapplikationen wie etwa SAP abgelöst.
 
Das stelle die Zukunftsfähigkeit von Mistra aus Sicht der EFK allerdings nicht in Frage. Doch könnten mit dem Rückgriff auf Standardprodukte in der Datenhaltung die vorhandenen Daten auch mit neuen Techniken auf dem Markt wie der Videoanalysen und Bauwerkdarstellungen weiterverwendet werden. Das Astra verfolge diese Entwicklungen und die EFK begrüsst deren Aktivitäten, zumal diese Entwicklungen für das EMNS revolutionär sein könnten, wie es heisst.
 
Am Ende ist zwischen EFK und Astra also hauptsächlich noch die Frage zu beantworten, wann mit der Planung von Projekten zur Ablösung der zentralen Fachapplikationen gestartet wird. Statt wie vom Astra beabsichtigt ab 2020 damit zu starten, fordert die EFK "entsprechende Projekte zügig zu initialisieren". (vri)