Stromausfall im RZ zwingt Transferwise in die Knie

Transferwise, ein Anbieter für P2P-Geldtransfer-Services für Fremdwährungen, ist ausgefallen. Der Grund: ein Stromausfall in einem Rechenzentrum. In einem Blogeintrag entschuldigt sich der Vice President of Engineering, Harsh Sinah, bei den Kunden und erklärt, was schief gegangen ist.
 
Gestern haben die Apps, Debit-Karten und die Website von Transferwise nicht funktioniert. Kundengelder und -daten seien jederzeit sicher gewesen. Es habe sich nicht um einen Cyber-Angriff gehandelt, schreibt das Fintech.
 
Ein Teil der kritischen Infrastruktur von Transferwise werde in einem europäischen Rechenzentrum gehostet. Gestern gegen 10.30 Uhr habe dieses RZ einen "katastrophalen Stromausfall" erlitten, so der Blogeintrag. Eine Stromschwankung habe daraufhin einige Geräte zerstört, die ersetzt werden mussten. Nach dem Austausch und der Neukonfiguration der Geräte, habe man wieder auf die Systeme zugreifen und mit der Wiederherstellung beginnen können. Da man über ein grosses, verteiltes System verfüge, habe die Durchführung des kompletten Neustarts einige Zeit gedauert.
 
Erste Services habe man um 18.30 Uhr wiederherstellen können und Debit-Card-Zahlungen seien kurz darauf wieder möglich gewesen. Gegen Mitternacht sei der Service vollständig wiederhergestellt worden, so der Blogeintrag.
 
Warum griff das Backup nicht? Alle Kundendaten seien zwar in einem zweiten RZ gesichert, aber man betreibe kein Active/Active-Setup über alle RZs und Komponenten hinweg. Dies soll sich nun ändern, so das Fintech. Seit einigen Monaten arbeite man an einer Migration auf AWS. Damit soll sowohl die Geschwindigkeit als auch die Zuverlässigkeit der Dienste verbessert werden.
 
Das 2011 gegründete Fintech hat seinen Hauptsitz in London und wurde 2016 laut 'Tech Crunch' mit 1,1 Milliarden US-Dollar bewertet. Das monatliche Transaktionsvolumen belaufe sich auf 1,5 Milliarden Pfund, so das Unternehmen zu 'Bloomberg'. (kjo)