VBS-RZ auf alten Fliegerbomben?

Bekanntlich will das VBS drei neue RZ mit den Namen Fundament, Kastro II und Campus bauen. Während Campus in Frauenfeld auch für den zivilen Gebrauch genutzt wird, sollen die beiden ersten für rein militärische Zwecke eingesetzt werden. Der Standort der beiden militärisch geschützten Rechenzentren ist geheim.
 
Nun weiss man, dass auch ein Standort im Kandertal zur Debatte stand. Genauer: das ehemalige Munitionslager Mitholz. Dies lässt sich einer Mitteilung des VBS und des Bundesrates entnehmen. Bei Planungsarbeit für ein neues Rechenzentrum hätten Untersuchungen ergeben, dass eben in jenem Munitionslager immer noch erhöhte Explosionsgefahr bestehe, so die Mitteilung. Damit wurden ältere Beurteilungen des Gefahrenpotentials korrigiert.
 
In Mitholz vernichteten 1947 drei grosse Explosionen etwa die Hälfte der dort eingelagerten 7000 Tonnen Munition. Neun Menschen starben, als herumfliegende Felsbrocken Häuser trafen, sieben wurden verletzt, 200 obdachlos. Der Grund für die Explosionen konnte nie restlos geklärt werden.
 
Heute befinden sich laut einer Schätzung noch immer rund 3500 Tonnen Munition mit mehreren hundert Tonnen Sprengstoff in den eingestürzten Anlageteilen und im Schuttkegel davor – insbesondere der Verbleib einer grösseren Menge Fliegerbomben sei ungeklärt, so ein Experte.
 
Es ist davon auszugehen, dass das VBS angesichts dieser Lage darauf verzichten wird, ein RZ ausgerechnet auf den alten Munitionsbeständen zu errichten. Auf Anfrage von inside-it.ch sagte VBS-Informationschef Renato Kalbermatten aber lediglich, man gebe keinerlei Auskünfte zu den geplanten RZ, der Standort sei jedoch tatsächlich abgeklärt worden.
 
Nun hat der Bundesrat das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) beauftragt, weitere Abklärungen zur Risikobeurteilung und zur Senkung des Risikos zu treffen. Eine departementsübergreifende Arbeitsgruppe soll das tun. (ts/sda)