IBIS lebt weiter – bei DXC

Die BEKB lässt das Kernbankensystem IBIS von DXC betreiben und erneuern. Ausserdem will DXC die Lösung weiteren Banken anbieten.
 
Bis anhin bezog die Berner Kantonalbank (BEKB) einen Grossteil der IT von HPE Schweiz, darunter das Management des Core-Banking-Systems IBIS3G inklusive RZ-Dienstleistungen, Netzwerk- und Workplace-Management sowie weitere Infrastruktur- und Application-Services. Vor ziemlich genau einem Jahr gab die Bank bekannt, die Verträge mit HPE aufzulösen. Man werde verschiedene Optionen prüfen, so die Bank damals – von der Einführung eines neuen Kernbankensystems hin zur Option, IBIS3G selbst zu betreiben.
 
Nun hat sich die Bank für die Weiterführung von IBIS entschieden, wie sie heute mitteilt. Mit dem Verbleib auf IBIS werden insbesondere Migrationsrisiken vermieden. Selbst betreiben wird die BEKB das Kernbankensystem aber nicht. Stattdessen wählte das Finanzhaus DXC Technology als Dienstleister – das "alte Team" also. Somit gibt es auch keinen Wechsel bei den Angestellten, wie die Bank auf Anfrage bestätigt. DXC ist mit dem Zusammenschluss der HPE-Sparte Enterprise Services mit CSC entstanden.
 
DXC will IBIS an weitere Banken verkaufen
Die Bank habe mit DXC eine "umfangreiche Erneuerung" der heutigen Core-Banking-Lösung IBIS3G vereinbart. Dafür werde der IT-Dienstleister in den folgenden Jahren "substantiell" in die Erneuerung von IBIS3G und so in die neue Kernbankenlösung IBIS4D investieren, wie es in der Mitteilung weiter heisst. IBIS3G werde über die nächsten drei Jahre fortlaufend zu IBIS4D weiterentwickelt, präzisiert Florian Kurz, Kommunikationsleiter der Bank.
 
Im Gegenzug erhalte DXC die Eigentumsrechte an IBIS3G und könne somit die Lösung auch anderen Finanzinstituten anbieten. Die Eigentumsrechte lagen bis anhin bei der stillgelegten Gesellschaft RTC, einem Tochterunternehmen der BEKB.
 
In einem Outsourcing-Deal hat HP im Jahr 2010 den Betrieb und die Weiterentwicklung von IBIS3G sowie den Betrieb von zwei RZs vom IBIS-Hersteller RTC übernommen. Zuvor hatte der IBIS-Hersteller fast alle Kunden ausser der ehemaligen Grossaktionärin BEKB verloren. Die Berner Kantonalbank kaufte den Banken ihre Anteile an RTC ab und führte 2008 IBIS3G ein. 2013 schliesslich haben die BEKB und HP einen direkten Vertrag abgeschlossen, der nun Geschichte ist. (kjo)