Notenstein-Informatiker: Wer geht, wer nicht, man weiss es noch nicht

Bei Raiffeisen und Arizon "landen in diesen Tagen rund 60 Spezialisten und Angestellte vor der Tür", schreibt 'Inside-Paradeplatz'. Wahrscheinlich sind es deutlich weniger.
 
Darüber, dass durch den Verkauf der Bank Notenstein La Roche durch die Raiffeisengruppe an die Bank Vontobel Arbeitsplätze in der Raiffeisen-Informatik gefährdet sind, haben wir vor einem Monat berichtet. Genauere Angaben über die Zahl der gefährdeten Stellen wollte uns Raiffeisen damals nicht machen. Dies hat sich auch nach einem Bericht von 'Inside-Paradeplatz' nicht geändert. Dieser besagt, dass "60 Stellen in der IT von Notenstein-Mutter Raiffeisen verschwinden" würden.
 
Wie schon gegenüber 'Inside-Paradeplatz' nannte Angela Rupp, Mediensprecherin von Raiffeisen Schweiz, auch gegenüber inside-it.ch nur eine ungefähre Zahl: "Bei Arizon und Raiffeisen Schweiz mussten wir einer tieferen zweistelligen Anzahl Mitarbeitenden, die vom Verkauf von Notenstein La Roche an Vontobel betroffenen sind, mitteilen, dass ihre Arbeitsstelle nach Abschluss der Notenstein-La-Roche-Migration wegfallen wird."
 
Eine "tiefere zweistellige Zahl"? Normalerweise würde man darunter eher nicht 60 sondern vielleicht 20, 25, 30 Jobs verstehen. Wir von inside-it.ch denken, dass das auch so gemeint ist.
 
Oder wird hier das Banker-Sprachverständnis angewendet, das jede zweistellige Zahl als tief empfindet? (Sorry, liebe Raiffeisen-Kommunikation, aber diese Spitze konnten wir uns nicht verkneifen.)
 
Angela Rupp präzisierte allerdings noch, dass es sich dabei nicht nur um Informatiker handelt: "Bei Raiffeisen Schweiz sind Personen aus den Bereichen IT, Revision, Handel und FM / Logistik betroffen, bei Arizon vor allem Operations-Profile und zu einem kleinen Teil IT-Profile." Wie schon Ende Mai erwähnt, versucht Raiffeisen, für die Betroffenen Anschlusslösungen zu finden: "Wir sind derzeit daran, für diese Mitarbeitenden von Raiffeisen Schweiz und Arizon andere Lösungen zu finden. Neben der Ausnützung natürlicher Fluktuation stehen vor allem Massnahmen wie frühzeitige Pensionierungen und gruppeninterne, anderweite Platzierungen im Vordergrund." Einen gewissen Erfolg scheint man dabei bereits gehabt zu haben. Erste gruppeninterne Umplatzierungen konnten laut Rupp bereits vorgenommen werden.
 
Die ersten Kündigungen werden ab August erfolgen, so Rupp.
 
Und bei Vontobel?
Nach der Übernahme der Bank Notenstein übernahm die Raiffeisen Gruppe auch grosse Teile des IT-Betriebs für die neue Tochter. Rund 60 Notenstein-Informatiker wechselten zu Raiffeisen. Aber einige Informatiker blieben auch direkt für Notenstein tätig und ihre berufliche Zukunft liegt nun nach dem neuerlichen Verkauf in den Händen der Bank Vontobel. Wie Peter Dietlmaier, Head of Corporate Communications bei Vontobel, gegenüber inside-it.ch erklärte, sind dies allerdings "weniger als zehn".
 
Laut dem 'Tages-Anzeiger', wird die Bank Vontobel bis zu 140 der insgesamt 400 Notenstein-Mitarbeitenden nicht übernehmen. Betroffen seien vor allem Mitarbeiter aus dem Middle- und Backoffice, wozu normalerweise auch die Informatik gezählt wird.
 
Wie Peter Dietlmaier, gegenüber inside-it.ch erklärte, will die Bank dies nicht weiter auf Jobprofile herunterbrechen. Er konnte also nicht bestätigen, ob auch Informatiker darunter sind.
 
Wie er allerdings betonte, würden ja auch 260 Angestellte, und zwar nicht nur Kundenberater, sondern Leute aus allen Bereichen, von Vontobel übernommen. Der Ausdruck "bis zu" sei zudem wirklich ernst gemeint. Es gebe beispielsweise eine interne Jobbörse. Wer von den betroffenen darüber einen anderen Job bei Vontobel finde, komme zu den 260 hinzu.
 
Ausserdem, so Dietlmaier, habe die Bank Vontobel einen Anstellungsstopp für Middle- und Backoffice-Funktionen verfügt, damit freiwerdende Stellen den Notenstein-Leuten angeboten werden könnten.
 
Bei der Bank Vontobel soll spätestens bis Ende August für alle Betroffenen Klarheit geschaffen werden. (hjm)