HPE liefert Super­computer für Blue Brain Project der EPFL

Darstellung verschiedener neokortikaler Neuronen. (Bild: Blue Brain Project, EPFL)
Das EPFL-Projekt Blue Brain will mithilfe von Computermodellen und -simulationen die Funktionsweise des Gehirns erforschen. Hardware für den neuen EPFL-Supercomputer Blue Brain 5 wird von HPE geliefert. Ein erster Zuschlag wurde vergangenen September an den US-Hersteller erteilt. Inklusive Folgeaufträge beläuft sich der Wert der gelieferten Technologie auf bis zu 18 Millionen Franken.
 
Nun gibt HPE ein paar Details zur Hardware bekannt, die bei der EPFL respektive im Supercomputing-Zentrum CSCS in Lugano zum Einsatz kommen wird. Die gelieferte Lösung basiere auf dem SGI 8600 System von HPE, das bereits bei einigen der Top-500-Supercomputer im Einsatz sei, wie HPE schreibt.
 
Bis 2020 wollen die Wissenschaftler der EPFL komplette Regionen des Gehirns von Mäusen simulieren, insbesondere den Thalamus und den Neocortex. Das gelieferte SGI-System könne verschiedene Subsysteme beherbergen, die speziell auf Aufgaben wie Visualisierung oder Deep Learning ausgerichtet seien, während es aber als ein einziges System betrieben werden könne.
 
"Die Modellierung eines einzelnen Neurons bei Blue Brain führt heute zu 20'000 gewöhnlichen Differentialgleichungen – bei der Modellierung ganzer Hirnregionen sind es schnell 100 Milliarden Gleichungen, die gleichzeitig gelöst werden müssen", so Felix Schürmann, Co-Direktor beim Blue Brain Project.
 
Blue Brain 5 integriere vier verschiedene Konfigurationen, jede optimiert für ein unterschiedliches Workload-Profil. Der Supercomputer besteht laut Mitteilung aus 372 Rechenknoten, die 1.06 Petaflops Spitzenleistung liefern. Das System ist mit 94 Terabyte Speicher ausgestattet und arbeitet mit Intel-Xeon-Gold und -Phi-Prozessoren sowie Nvidia-Tesla-Grafikprozessoren. Es verfügt zudem über 4 Petabyte Hochleistungsspeicher des US-Herstellers DataDirect Networks (DDN) mit mehr als 50 GB/s aggregierter Bandbreite. (kjo)