ICT-Lehrabgänger sind mehrheitlich versorgt und mit Beruf zufrieden

Der Lohn ist den ICT-Absolventen weniger wichtig als flexible Arbeitszeiten, Karriereoptionen und Weiterbildung.
 
Die überwiegende Mehrheit der 2300 Lehrabgänger aus dem ICT-Bereich dieses Jahr hat bereits eine Stelle oder nimmt eine Weiterbildung oder ein Studium in Angriff. Dies geht aus einer repräsentativen Befragung von ICT-Berufsbildung hervor. Demnach hat bereits ein Viertel aller Informatik- und Mediamatik-Lehrabgänger eine Stelle gefunden, wobei drei Viertel davon im Lehrbetrieb bleiben. 22 Prozent der Befragten werden direkt an die Lehre anschliessend eine Weiterbildung absolvieren.
 
Allerdings wurde von 22 Prozent gesagt, dass sie erstmal den obligatorischen Militär- oder Zivildienst ableisten. Des Weiteren wurden Reisen und Sprachaufenthalte als Pläne genannt. Rund 14 Prozent der Befragten befinden sich auf Stellensuche und etwa elf Prozent konnte noch keine Angaben machen.
 
Die Höheren Fachschulen liegen im Trend
Von den 28 Prozent, die während der Lehre die Berufsmaturität abgeschlossen haben, will die Hälfte an einer Fachhochschule ein Studium der Richtung Informatik und 20 Prozent der Richtung Wirtschaftsinformatik beginnen. Für den ICT-Fachkräftenachwuchs sei "lebenslanges Lernen" zu einer Selbstverständlichkeit geworden, schreibt ICT-Berufsbildung in einer Mitteilung.
 
74 Prozent aller Befragten ohne Berufsmatura planen in den nächsten zwei Jahren eine Weiterbildung anzugehen, die meisten an einer Höheren Fachschule (HF) im Bereich Informatik oder Wirtschaftsinformatik. Dahinter folgt die Berufsmaturität nach der Lehre mit 30 Prozent.
 
An der Umfrage nahmen auch einige Informatikpraktiker teil, die nur zwei Jahre Lehre absolvierten und mit einem EBA abschliessen. Diese Lehre wurde 2017 das letzte Mal angeboten. Rund 80 Prozent dieser Lehrabgänger sagten, dass sie eine ICT-Berufslehre EFZ nachholen möchten.
 
Was motiviert die Lehrabgänger für eine Stelle?
Ihre Lehre absolvierte die Hälfte bei einem KMU und die andere Hälfte bei einem Grossunternehmen. Es wünschen sich aber 72 Prozent ein kleines oder mittleres Unternehmen als Arbeitgeber und nur 28 Prozent wollen bei einer Grossfirma ihre Karriere beginnen.
 
Eine grosse Mehrheit von 86 Prozent ist zufrieden mit
der Berufswahl und so planen auch die meisten, im Berufsfeld ICT zu bleiben. 68 Prozent gaben an, vom Arbeitgeber aktiv unterstützt worden zu sein. Dies schlägt sich auch darin nieder, dass rund 80 Prozent der Lehrabgänger die Berufslehre weiterempfehlen.
 
Wichtig für eine künftige Stelle halten die Berufseinsteiger flexible Arbeitszeiten, Karriere- und Weiterbildungsoptionen, eine sichere Stelle sowie die Möglichkeit, Projekte im Team zu bearbeiten. Einen hohen Lohn zählten noch 28 Prozent der Befragten zu den wichtigsten Kriterien.
 
Mediamatiker erwarten die tiefsten Löhne
Nach ihren Lohnvorstellungen befragt, gaben die einzelnen Fachrichtungen unterschiedliche Niveaus an: Applikationsent-wickler, Systemtechniker und Betriebsinformatiker erwarten einen Monatslohn von 5000 Franken. Leicht darunter sehen sich die Mediamatiker mit 4600 Franken pro Monat, selbst die Informatikpraktiker mit zwei Jahren Lehrzeit erwarten mit 4650 Franken ein leicht höheres Salär. In Mediamatik werden vergleichsweise mehr Frauen ausgebildet, was sich auch in der Umfrage niederschlagen dürfte.
 
Zu ihren Lohnvorstellungen in fünf Jahren befragt, nannten die Lehrabgänger einen Monatslohn zwischen 6400 und 7000 Franken.
 
Für die Studie wurden 774 gültige Fragebogen aus der gesamten Schweiz ausgewertet, die zwischen März und Mai 2018 ausgefüllt worden waren. Die Befragung wurde vom Institut für Wirtschaftsstudien Basel (IWSB) im Auftrag von ICT-Berufsbildung durchgeführt. (ts)