AWS greift Cisco und Co. an

Berichten zufolge plant AWS, günstige Networking-Hardware für Business-Kunden auf den Markt zu bringen.
 
Der RZ-Gigant AWS dominiert bereits den Public-Cloud-Markt. Nun will das US-Unternehmen in den Markt für Netzwerk-Technik vordringen. Dies berichtete 'The Information' (Paywall) mit Berufung auf einen Insider. Demnach plant AWS den Verkauf eigener Switches für Geschäftskunden. Die Geräte sollen in den kommenden 18 Monaten auf den Markt kommen. Ein Sprecher von Amazon wollte sich auf Anfrage des US-Magazins nicht zu den Berichten äussern.
 
Die AWS-Switches sollen preislich 70 bis 80 Prozent unter vergleichbaren Netzwerkprodukten liegen, so 'The Information' weiter. Die Netzwerkgeräte sollen aus Open-Source-Software und markenfreier Hardware bestehen, die als "White-Box"-Switches bekannt sind, und mit integrierten Verbindungen zu AWS-Cloud-Diensten ausgestattet seien. Dies beschleunige die Verbindung zwischen der lokalen Infrastruktur des Kunden und der AWS-Cloud. Von 'Business Insider' zitierte Analysten sagen, dass Grossunternehmen im Allgemeinen mehrere Clouds nutzen, statt nur auf AWS zu setzen. Deshalb könnte es für Amazon schwierig sein, die von Cisco gebotenen After-Sales-Dienstleistungen zu erbringen. Es sei also denkbar, dass sich Amazon mit seinen Switches eher an kleinere Unternehmen richte.
 
Cisco erwirtschaftet rund die Hälfte des Umsatzes mit Router und Switches. Entsprechend liessen die Aktien von Cisco und auch anderen Netzwerkausrüstern nach dem 'Information'-Bericht deutlich nach. So gingen die Aktien von Cisco um fast fünf Prozent zurück und jene von Juniper um vier Prozent. Investoren befürchten, dass "die Grösse und Preisgestaltung von Amazon den Sektor disruptieren" könnte", schreibt 'Arnet.com'. (kjo)