Gartner über die Kluft zwischen Cyber-Bedrohung und Abwehr

In den nächsten Jahren steigt die Cybergefahr, sagen fast alle CIOs. Doch an Massnahmen und Fachpersonen mangelt es.
 
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Der Security-Markt ist zukunftsträchtig. Wohl deshalb, weil die Bedrohungslage nicht zu unterschätzen ist und sich in den kommenden Jahren noch zuspitzen dürfte. So sehen dann auch 95 Prozent der CIOs in den kommenden drei Jahren einen Anstieg der Cyber-Bedrohungen. Dies ergibt eine Umfrage des Marktforschers Gartner unter 3160 IT-Chefs in 98 Ländern, zu den Grössen der Firmen macht Gartner in der Mitteilung keine Angaben.
 
Doch in nur gerade 65 Prozent der Unternehmen arbeitet ein Spezialist für Cyber-Security. Diese Zahl dürfte für die Schweiz mit ihrer KMU-Dichte aber kaum zu übertragen sein, hierzulande muss die Zahl wohl höher veranschlagt werden. Die Studie zeigt auch, dass die Firmen damit kämpfen, qualifiziertes Personal für die IT-Security zu rekrutieren. So gilt der Mangel an Fachkräften in diesem Bereich als einer der grössten Innovationshemmer.
 
93 Prozent der CIOs der top-performanten Unternehmen sagten aber, dass das digitale Geschäft es ihnen ermöglicht habe, IT-Organisationen zu führen, die anpassungsfähig und offen für Veränderungen seien. Diese kulturelle Offenheit sei zum Vorteil in Sicherheitsbelangen, etwa bei der Rekrutierung oder bei den Ausbildungsansätzen, so Gartner.
 
Wachstum erzeugt neue Angriffsvektoren
Viele CIOs sehen Wachstum und Marktanteile als oberste Geschäftspriorität für 2018 an. Wachstum bedeutet aber oft vielfältigere Lieferantennetzwerke, unterschiedliche Arbeitsweisen, Finanzierungsmodelle und Muster von Technologieinvestitionen sowie unterschiedliche Produkte, Dienstleistungen und Kanäle. Dies heisst auch, dass die Angriffsvektoren zunehmen.
 
"Die schlechte Nachricht ist, dass Cybersicherheitsbedrohungen mehr Unternehmen in vielfältigerer Weise betreffen werden, die schwer zu antizipieren sind", kommentiert Rob McMillan, Research Director bei Gartner.
 
Kriminelle als digitale Pioniere
Laut Gartner haben die meisten Unternehmen zwar eine Position für die Cybersicherheit vorgesehen, doch der Mangel an Cybersicherheitskenntnissen hält an. Gartner empfiehlt, dass die CISOs durch innovative Ansätze die Fähigkeiten der Sicherheitsteams stärken.
 
Denn die Gefahrenlage dürfte sich weiter zuspitzen. "Viele Cyberkriminelle sind auf verdrehte Art und Weise digitale Pioniere, die immer Wege finden, grosse Datenmengen und Techniken im Internet zu nutzen, um Unternehmen anzugreifen und Daten zu stehlen. CIOs können ihre Unternehmen nicht vor allem schützen, also müssen sie ein nachhaltiges Kontrollsystem schaffen, welches den Schutzbedarf mit den geschäftlichen Anforderungen in Einklang bringt", so McMillan. (ts)