IT-Chaos kostet TSB Bank über 200 Millionen Franken zusätzlich

Die britische Bank TSB weist für das erste Halbjahr einen Verlust von 107,4 Millionen Pfund aus. Dieser sei auf Zusatzkosten zurückzuführen, die im Zusammenhang mit der schiefgelaufenen IT-Migration entstanden sind, wie 'Finextra' berichtet. Die Migration auf ein neues Kernbankensystem im April führte unter anderem dazu, dass Kunden über einen Monat lang keinen Zugang zu E- und Mobile-Banking hatten. Auch hätten Cyber-Kriminelle das Chaos ausgenutzt.
 
Laut TSB-Chef Paul Pester sei die finanzielle Performance der Bank im ersten Halbjahr durch die IT-Migration und die damit verbundene Serviceunterbrechung "erheblich beeinträchtigt" worden. Zu den ursprünglichen Migrationskosten, die laut 'The Register' mit 318 Millionen Pfund ausgewiesen wurden, schlagen nun Zusatzkosten in Höhe von 176,4 Millionen Pfund oder umgerechnet rund 230 Millionen Franken zu Buche. Diese wurden verursacht durch Kundenentschädigungen, zusätzliche personelle Ressourcen sowie entgangene Einnahmen, die durch den Verzicht auf Überziehungsgebühren entstanden sind, wie 'Finextra' schreibt.
 
Die Bank hat bereits im April nach dem Migrationswochenende IBM-Spezialisten engagiert, die dabei helfen sollen, die IT-Systeme ordungsgemäss zum Laufen zu bringen. Laut 'Finextra' hat die Bank 1800 Mitarbeitende eingestellt und weitere 700 eigene Mitarbeitende in den Kundendienst versetzt. Diese sollen jene Kunden unterstützen, die sich unmittelbar nach der IT-Migration durch schlechte Kommunikations- und Servicequalität von der Bank im Stich gelassen fühlten. (kjo)