SBB-Software Sopre läuft noch immer mangelhaft

Bekanntlich läuft die Einführung der Software zur Personal- und Rollmaterialplanung (Sopre) bei der SBB nicht reibungslos. Schon vor einigen Monaten hat die SBB ein Nothelfer-Team eingesetzt und auch interne Mitarbeitende umgeteilt, die bei der Problembehebung helfen sollen. Noch mit mässigem Erfolg, wie die 'NZZ am Sonntag' berichtet. Es gebe eine Liste, auf der 800 Punkte aufgeführt seien, die bei der Software verbessert werden sollen, so der Bericht mit Berufung auf das Magazin der Lokomotivführergewerkschaft VSLF 'Locofolio'.
 
Das Unternehmen bestätigt diese Liste gegenüber der Zeitung, betont aber, dass es sich "vielfach um Änderungswünsche" handle. "Das ist bei IT-Grossprojekten durchaus üblich", wird SBB-Sprecher Oli Dischoe zitiert.
 
Es seien seit November "bescheidene Verbesserungen erreicht worden", heisst es im Magazin 'Locofolio' (PDF). Dabei habe es sich um dringende Korrekturen gehandelt, um zu vermeiden, dass Dutzende von Zügen ausfallen. Aber noch heute arbeite das System langsam, was die Arbeit stark beeinträchtige. Ausserdem sei die Zeiterfassung der Überstunden regelmässig fehlerhaft und die bezahlten Arbeitsstunden würden nicht mit denen im Zeiterfassungssystem übereinstimmen. Es komme zu "Rundungsfehlern". Daneben sei die Lesbarkeit und der Zugriff auf die Zeitkonten stark eingeschränkt und bei der Anmeldung via Smartphone oder Tablet werde eine ungeeignete mobile Benutzeroberfläche angezeigt, so einige der Negativpunkte, die im Magazin gelistet sind.
 
Der Zuschlag für die Software Sopre ging 2011 für knapp 19 Millionen Franken an Accenture. Die Software wurde gestaffelt eingeführt, zunächst für die Zugbegleiter und später für die Planung des Rollmaterials und der Lockführer. Dass das Projekt Mehrkosten verursacht, hat die SBB bereits bestätigt. Wie gross diese ausfallen, ist jedoch nicht bekannt. "Die Zahlen sind vertraulich", so Martin Röthlisberger, Gesamtprojektleiter Sopre, in einem ebenfalls in 'Locofolio' publizierten Interview. Accenture sei weiterhin in das Projekt eingebunden und auch Teil der Task-Force-Leitung. "Sie tragen die Verantwortung mit, dass wir jetzt die Stabilisierung hinbekommen", sagte Röthlisberger. (kjo)