Logitech wächst kräftig weiter

Mit der Übernahme von Blue Microphones steigt Logitech in das Business mit Mikrofonen in Studioqualität ein. (Bild: Logitech)
"Wir haben einen tollen Start in das Jahr hingelegt und erhöhen unsere Prognose", so das Fazit von Logitech-Chef Bracken Darrell zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019, das Logitech am 30. Juni 2018 abgeschlossen hat. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 608,5 Millionen Dollar zu. Insbesondere die beiden Bereiche Gaming-Produkte und Videokonferenzsysteme liefen gut. Hier stiegen die Einnahmen um 75 Prozent respektive 65 Prozent, wie der Peripheriegerätehersteller mitteilt. Laut Darrell dürften diese beiden Produktegruppen auch künftig Zugpferde bleiben.
 
Mit dem Wachstum konnte Logitech die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen. Auch der Betriebsgewinn fiel höher aus als prognostiziert. Der Gewinn auf Stufe EBIT (Non-Gaap) stieg um 41 Prozent auf 61 Millionen Dollar, wobei auch eine gerichtliche Einigung half. Bei den Non-Gaap-Zahlen rechnet Logitech verschiedene Posten heraus wie zum Beispiel Kosten im Zusammenhang mit Übernahmen und Restrukturierungsaufwendungen. Unter dem Strich verdiente Logitech 38,5 Millionen Dollar, nach einem Nettogewinn von 37 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.
 
Übernahmen sollen weiteres Wachstum bringen
Aufgrund des Quartalsergebnisses hob das Management die Gesamtjahresprognose an. Für das Geschäftsjahr 2019 erwartet Logitech eine Umsatzsteigerung von neun bis elf Prozent verglichen mit dem Vorjahr.
 
Auch die Übernahme von Blue Microphones werde zum Wachstum beitragen. Mit dem 117 Millionen Dollar schweren Zukauf steigt der Konzern in das Geschäft mit Mikrofonen in Studioqualität ein. Die Firma Blue Microphones, die Kunden im Consumer- und Business-Bereich zähle, sei momentan noch klein, wachse aber stark und habe eine attraktive Bruttomarge, sagte Darrell in einem Telefoninterview mit der Agentur 'AWP'. Die Übernahme soll Ende August 2018 abgeschlossen sein und ungefähr einen Prozentpunkt zum Wachstum im Geschäftsjahr 2019 beisteuern.
 
Logitech hält zudem auch künftig Ausschau nach Unternehmen, die beim Eintritt in neue Segmente helfen können. Laut Darrell ist die Diversifizierung der Schlüssel für das Wachstum von Logitech. Dazu gehört vermehrt auch der Einstieg ins Softwaregeschäft. So habe Logitech bei den Videokonferenzsystemen kürzlich mit "Rightsense" ein reines Softwareprodukt zur Kamerasteuerung und Videoptimierung lanciert.
 
Restrukturierung angestossen
Um Ressourcen vor allem in wachstumsstarke Bereiche stecken zu können, baut Logitech im Gegenzug bei schwachen Bereichen ab. So kosteten Restrukturierungsaufwendungen das Unternehmen im ersten Quartal zehn Millionen Dollar.
 
Auf tieferes Marktwachstum muss sich der Hersteller etwa bei den mobilen Lautsprechern einstellen. Dort gingen die Verkäufe auch aufgrund von Lagerbereinigungen um 45 Prozent zurück. Während einige Stellen durch die Neuausrichtung wegfielen, habe Logitech unter dem Strich das Personal aufgestockt, sagte Darrell. (kjo/sda)