Swisscom macht sich über Zukäufe fit für 5G in Italien

Für 150 Millionen Euro kauft die Swisscom-Tochter Fastweb die Fixed-Wireless-Sparte und das 3.5-GHz-Frequenzspektrum von Tiscali und sichert sich so den Einstig ins 5G-Geschäft.

Wie Swisscom mitteilt, wird in Italien der seit Dezember 2016 geltende Leasingvertrag für die Nutzung des 3,5-GHz-Frequenzspektrum der Tiscali-Tochter Aria vollständig übernommen. Damals hatte die Swisscom-Tochter Fastweb schon die Business-Sparte von Tiscali übernommen. Mit dem neuen Deal wechselt nun auch die Fixed-Wireless-Access-Sparte (FWA) von Tiscali den Besitzer. Noch muss das rund 150 Millionen Franken teure Geschäft von den zuständigen Behörden abgesegnet werden. Der Verkauf soll aber im November 2018 abgeschlossen.
 
Mit dem Ausbau des Italienengagements von Swisscom wechselt die FWA-Infrastruktur mit rund 835 Funktürmen, deren Ausrüstung und 34 spezialisierten Mitarbeitenden zur Swisscom-Tochter. Die Finanzierung stemme Fastweb mit eigenen Barmittel. So sollen jeweils 50 Millionen Euro in den Jahren 2018 und 2019 bezahlt und zehn Millionen Euro Lieferantenschulden übernommen werden. Ausserdem habe man gleichzeitig mit dem Deal über vier bis fünf Jahre einen Grosshandelsvertrag mit Tiscali über 40 Millionen Euro für die Nutzung des Netzes von Fastweb abgeschlossen.
 
Interessant ist die Transaktion, weil sich Fastweb damit den Zugriff auf 40 MHz im 3,5-GHz-Frequenzband sichert, die für das künftige 5G-Frequenzspektrum wichtig werden. Wie in der Schweiz steht auch in Italien demnächst die Auktion von 5G-Frequenzen an.
 
Man könne so aber auch seine Position als alternativer Netzbetreiber im Konvergenzgeschäft stärken, verspricht Swisscom. Werde Fastweb mit dem Zukauf doch seine Festnetz- und Mobilfunkangebote ausbauen können. Schon heute versorge man in Italien über das landesweite, 46'600 Kilometer umfassende Glasfasernetz rund acht Millionen Haushalte und Unternehmen mit Fibre to the Home (FTTH) oder Fiber to the Cabinet (FTTC). (vri)