Nestlé-Mitarbeiter zeigen Alternativen zum personellen IT-Kahlschlag auf

Bekanntlich sollen bis Ende 2019 in der Schweiz 500 IT-Jobs bei Nestlé verschwinden. Nun ist der Geschäftsleitung zur Verhinderung des Kahlschlags von der Personalvertretung ein detailliertes Papier vorgelegt worden. Es zeigt auf Hunderten von Seiten vier alternative Szenarien zu dem geplanten Stellenabbau auf. Der Zeitpunkt ist insofern wichtig, weil Diskussionen zu einem allfälligen Sozialplan am 9. August starten.
 
Laut der Personalkommission, die überzeugt ist, die Meinung des Managements ändern zu können, löse der Stellenabbau einen grossen Verlust an Know-how aus, das über Jahre in der Schweiz aufgebaut worden sei. Zudem seien die zu realisierenden Einsparungen kleiner als erwartet. Deshalb setze man grosse Hoffnungen auf das Konsultationsverfahren. Denn in dem Papier habe man klar aufzeigen können, dass die Restrukturierung nicht funktioniere.
 
Eines der Szenarien sieht vor, um Stellenstreichungen zu verhindern, etwa den IT-Dienst Globe (Global Business Experience) zu optimieren. Als zweite Alternative wird eine schlankere Organisation mit weniger Hierarchiestufen und damit einer grösser Schlagkraft genannt. Der dritte Vorschlag sieht vor, die Reorganisation über drei bis fünf Jahre auszudehnen, um von natürlichen Abgängen zu profitieren.
 
Schliesslich wird noch die Option zur Diskussion gestellt, alle Informatikdienstleistungen des Konzerns in ein eigenständiges Unternehmen auszulagern. Zuerst würde dieses von Nestlé finanziert. Danach könne die neue Firma ihre Dienstleistungen sowohl an Nestlé als auch an andere Unternehmen verkaufen. (sda/vri)