Neue WannaCry-Attacke kostet Apple-Zulieferer TSMC viel Geld

Eine Attacke mit dem WannaCry-Virus könnte den Chiphersteller TSMC rund 150 Millionen Euro kosten. Der Auftragsfertiger aus Taiwan, der unter anderem Chips für iPhones herstellt, rechnet nach eigenen Angaben mit einer Reduzierung seiner erwarteten Einnahmen für das dritte Quartal um knapp zwei Prozent.
 
Laut 'Bloomberg' rechnet TSMC auch mit Verzögerungen bei der Auslieferung seiner Produkte für die nächste iPhone-Generation, weil man einige Fabriken vorübergehend schliessen musste. Eine konkrete Zeitspanne und andere Auswirkungen für Apple und weitere Kunden wurden nicht bekannt. Das Unternehmen hat auch nicht bestätigt, ob die betroffenen Einrichtungen an der Herstellung von iPhone-Chips beteiligt waren.
 
Laut TSMC-Vorstandschef C.C. Wei war das Problem bereits am Freitag beim Aufspielen von Software auf neue Firmencomputer aufgetreten. Die neuen Geräte seien ohne vorherige Virenprüfung mit dem Intranet verbunden worden. Betroffen seien Computer in einigen Chipfabriken in Taiwan, die über das Betriebssystem Windows 7 laufen, so Wei. Es sei jedoch unklar, wie das Virus die Fabriken konkret infiziert hat und wer dafür verantwortlich war.
 
"Unsere Hauptcomputersysteme, die die Produktionsdatenbank sowie die Kundeninformationen enthalten, sind intakt", sagte der Vorstandschef bei einer Pressekonferenz in Taipeh. Man habe das Problem binnen eines Tages unter Kontrolle bringen können.
 
TSMC gilt nach Intel und Samsung als weltweit drittgrösster Halbleiterhersteller und global grösster unabhängiger Auftragsfertiger für Halbleiterprodukte. Apple ist der grösste TSMC-Kunde und trägt laut 'Bloomberg' 21 Prozent zum Umsatz bei. Aber auch Nvidia, AMD und Qualcomm gehören zur Kundenliste.
 
Der Trojaner WannaCry hatte im Mai 2017 für Aufsehen gesorgt, als eine Virus-Attacke Hunderttausende Windows-Computer in mehr als 150 Ländern lahmlegte. (mag/sda)