Im RZ-Business werden Ausfälle immer teurer

Soeben ist vom Uptime Institute der achte "Global Data Center Survey" vorgelegt worden. Er zeigt Trends und Herausforderungen im Rechenzentrum-Bereich (RZ).
 
'Datacenter Knowledge' hat den Geschäftsführer des Uptime Institute nach den wesentlichen Resultaten gefragt. Sein Fazit: Der wachsende Bedarf an digitaler Infrastruktur und die zunehmende Abhängigkeit der Unternehmen davon zeige sich darin, dass Ausfälle mehr kosten als bisher und grössere Auswirkungen haben. Ausserdem nehme die gegenseitige Abhängigkeit der RZ-Betreiber untereinander immer weiter zu.

Hier einige der genannten konkreten Zahlen. So haben 31 Prozent der Befragten angegeben, dass sie im vergangenen Jahr einen Ausfall oder eine erhebliche Leistungseinbusse erlitten haben. Das seien acht Prozent mehr gewesen als noch 2016.
 
Häufigste Ursachen seien Stromausfälle vor Ort, Netzwerkausfälle und Software- oder IT-Systemfehler.
 
Allerdings hätten auch fast 80 Prozent der Befragten angegeben, dass ihr letzter Ausfall hätte verhindert werden können.
 
Fünf Stunden Recovery
Die Zeit bis zur vollständigen Wiederherstellung nach Ausfällen betrug meistens ein bis vier Stunden. Wobei immerhin ein Drittel der Befragten mehr als fünf Stunden benötigte.
 
Als relativ schnelle Methode um nach Ausfällen den Betrieb wieder aufzunehmen, gaben 68 Prozent an, regelmässige Backups auf einem zweiten Standort zu machen. 51 Prozent würden das nahezu in Echtzeit machen. 42 Prozent gaben an, Disaster Recovery als Service zu nutzen und 36 Prozent nannten den Einsatz von Cloud-basierten Hochverfügbarkeits-Services.
 
Weiter sei, so die Umfrage, der PUE-Wert in diesem Jahr mit 1,58 auf dem niedrigsten Level seit 2007. Nur zu Erinnerung, hierzulande haben etwa die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke für ihr RZ-Ostschweiz die Power Usage Effectiveness mit 1,15 angegeben.
 
In Sachen Kühlung wurde ermittelt, dass nur noch 30 Prozent auf einfache raumbasierte Systeme angewiesen sind. 56 Prozent würden bereits präzise Luftkühlung nutzen und erst 14 Prozent auf Flüssigkeitskühlung setzen, die bekanntlich die höchste Serverdichte in den Racks ermöglicht.
 
Der Survey mahnt denn hier auch ein Umdenken an, nicht zuletzt weil Server für neue Techniken wie Artificial Intelligence viel höhere Leistungs- und Kühlungsanforderungen als Standard-x86-Server stellen. Wo Nachrüstungen anstünden, würde deshalb zunehmend auf modulare Rechenzentrums-Komponenten gesetzt, die mit Präzisions- oder Flüssigkeitskühlung arbeiten.
 
Und für den einen oder anderen Leser dürfte auch interessant sein, dass nur oder erst sechs Prozent der RZ-Belegschaften weiblich sind.
 
Befragt wurden zwischen Februar und Mai 2018 weltweit rund 900 Betreiber von Rechenzentren (RZs) und Fachleute aus dem RZ-Bau und von RZ-Dienstleistern. Der Survey erscheint jährlich. Das Uptime Institute ist eine US-Organisation und bekannt für das "Tier"-Konzept und die RZ-Zertifizierungen, die auch in Schweizer RZs relevant sind. (vri)