UBS: Insourcing der IT statt Outsourcing an Cognizant?

Eine Zeitung schreibt von 2000 Informatikern und Millionen-Budgets, die in Indien verlagert würden. Inside-it.ch hat nachgefragt.
 
"UBS reduziert das IT-Outsourcing an Cognizant drastisch", titelt die 'Times of India'.
 
Konkret soll UBS bis anhin jährlich rund 120 Millionen Dollar an Cognizant überwiesen haben für 2500 externe Informatiker.
 
Diese IT-Mannschaft solle nach einer rund zehnjährigen Partnerschaft auf gerade noch 500 Cognizant-Angestellte schrumpfen, so die Zeitung. Zudem fliesse ein Teil des verbleibenden IT-Outsourcing-Budgets neu an Tata Consulting Services und Wipro.
 
Stimmt das? Die 'Times of India' nennt keine Quelle und Cognizant kommentiert den Artikel nicht. Eine UBS-Sprecherin antwortet auf Anfrage von inside-it.ch, die Bank gebe generell keine Auskunft zu Vendor-Beziehungen.
 
Sie präzisiert aber die Insourcing-Strategie der Bank im Allgemeinen. Man habe die Voraussetzung für Insourcing geschaffen durch "ein globales und konsistentes Netzwerk welches Polen, USA, Indien und China umfasst, sowie die Nearshore-Zentren in der Schweiz (Schaffhausen, Biel und Tessin)". In diesen so genannten Business Solution Center entstünden "zudem durch Insourcing Skaleneffekte, da wir Produktionen an Einzelstandorten zusammenlegen können. Unsere Betriebszentren geben uns eine Lokations-Plattform, welche Kommunikationswege verkürzt und Wertschöpfung an gleichen Themen in gleichen Standorte zulässt", so die Sprecherin.
 
Insourcing finde statt, sofern es sinnvoll sei. Sinn könnte dies auch in der Informatik machen, denn mit dem Insourcing will die Bank erklärtermassen strategisches und differenzierendes Know-how behalten und eigenen Mitarbeitern bessere Karrierechancen bieten. Dabei ist nicht anzunehmen, dass UBS spezifisches Know-how rund um Blockchain oder künstliche Intelligenz komplett outsourcen will.
 
Die Strategie ist relativ neu, aber nicht brandneu. Die 'NZZ am Sonntag' hatte vor einigen Monaten anhand der Personalstatistik der UBS "eine eindrückliche Trendwende" seit Anfang 2017 errechnet. Die Bank zähle "nun wieder gleich viele Angestellte wie im Jahr 2012, rund 62'500", so die Zeitung. Anlässlich der Präsentation der Q1-Zahlen hatte die UBS insgesamt 2000 Mitarbeiter genannt, die in den vorangegangen sechs Monaten eingestellt statt outgesourct worden seien. Konkreter wird die UBS-Sprecherin nicht.
 
Laut Harald Egger, UBS-Chef "Group Sourcing" und Indien-Länderchef in Personalunion, beschäftigt die Bank rund 2000 interne sowie 10'000 externe Mitarbeiter in Indien. Dies schrieb die 'NZZ am Sonntag'. Wieviele Informatiker darunter sind, wieviele im BPO-Bereich und wieviele Banker, ist ebenfalls unklar. (Marcel Gamma)