Swisscom schwächelt im Enterprise-Geschäft

Grafik: Swisscom
Im ersten Quartal des laufenden Jahres hatte Swisscom in der Sparte Enterprise Customers einen leicht sinkenden Umsatz verbucht. Das Lösungsgeschäft wies damals im Gegensatz zu den schwächelnden Telekommunikationsdiensten mit plus 2,7 Prozent im Jahresvergleich noch leicht nach oben.
 
Für das gesamte erste Halbjahr 2018 sieht dies anders aus: Aufgrund des anhaltenden Wettbewerbs- und Preisdrucks sinke der Umsatz mit Telekommunikationsdiensten um 5,2 Prozent (Minus 29 Millionen Franken) und auch der Umsatz im Lösungsgeschäft liege nun aufgrund tieferer Volumen in der Banking-Sparte um 2,3 Prozent (Minus zwölf Millionen) unter dem Vorjahr, so Swisscom. Im Enterprise-Segment setzte Swisscom mit Telco-Diensten 527 Millionen Franken um, mit Lösungen noch 520 Millionen Franken.
 
Dennoch schreibt der "Blaue Riese" von einem soliden ersten Halbjahr im Grosskundengeschäft. Insbesondere die Nachfrage nach Cloud-, IoT- und Security-Dienstleistungen, also dem Solutions-Bereich, habe sich gut entwickelt und man erwarte hier eine steigende Nachfrage.
 
Gesamtumsatz erhöht sich leicht, Gewinn sinkt
Insgesamt weist Swisscom für das erste Semester mit 5,81 Milliarden Franken einen 2,0 Prozent höheren Umsatz als im Vorjahreszeitraum aus. Der operative Gewinn (EBITDA) hingegen ging um 5,2 Prozent auf 2,14 Milliarden zurück. Unter dem Strich steht ein 6,2 Prozent tieferer Reingewinn von 787 Millionen Franken, wie das Unternehmen mitteilt.
 
Der Telco habe im zweiten Quartal "trotz anhaltend starkem und von Promotionen getriebenem Wettbewerb" eine gute Leistung gezeigt, liess sich Konzernchef Urs Schaeppi zitieren. Der starke Wettbewerb zeigte sich vor allem im Schweizer Kerngeschäft, das sich um 1,9 Prozent zurückbildete. Begründet wurde dies unter anderem mit Preisdruck. Gut lief das Geschäft hingegen mit Fastweb in Italien, wo der Umsatz in der Berichtswährung Euro (auf vergleichbarer Basis) um 9,5 Prozent zunahm.
 
Der Gewinnrückgang hat laut dem Unternehmen primär mit verschiedenen Sondereffekten und der Währungssituation zu tun. Insbesondere sei Fastweb im Vorjahr ein Ertrag aus einem Rechtsverfahren von über 100 Millionen Franken zugeflossen. Auf vergleichbarer Basis habe der Betriebsgewinn um 0,6 Prozent abgenommen, so Swisscom.
 
Aktien notieren im Minus
Das Sparprogramm der Swisscom ist auf Kurs. Im ersten Halbjahr habe sich der Personalbestand in der Schweiz um 485 Vollzeitstellen reduziert, wobei es nur rund bei der Hälfte der Fälle zu Kündigungen kam. Wie früher angekündigt plant die Swisscom für das Gesamtjahr einen Abbau von 700 Stellen.
 
Mit den vorgelegten Zahlen hat Swisscom die Markterwartungen leicht übertroffen. Analysten hatten im Schnitt (AWP-Konsens der Agentur 'sda') mit einem Umsatz von 5,75 Milliarden Franken, einem EBITDA von 2,14 Milliarden und einem Reingewinn von 770 Millionen gerechnet.
 
Trotz des soliden Halbjahresergebnisses notierten die Aktien im Minus. Ein Grund für die Kursabgaben dürften die eher verhaltenen Aussagen von Swisscom-Chef Urs Schäppi zur Konkurrenzsituation in Italien sein. Schäppi hatte an einer Telefonkonferenz einen "kleinen Iliad-Effekt" eingeräumt, womit ein erhöhter Preisdruck aufgrund des Markteintritt des für seine Tiefstpreise bekannten französischen Anbieters "Iliad" gemeint war.
 
Für das Gesamtjahr 2018 bestätigt das Unternehmen die Ziele. So werden ein Umsatz von rund 11,6 Milliarden, ein EBITDA von rund 4,2 Milliarden sowie Investitionen von weniger als 2,4 Milliarden angepeilt. (ts/sda)