Deutsche Wettbe­werbshüter wollen noch 2018 gegen Facebook vorgehen

Noch im laufenden Jahr will das deutsche Bundeskartellamt Schritte gegen Facebook einleiten. Dies sagte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, anlässlich der Präsentation des Jahresberichts 2017 vor Journalisten, wie 'Reuters' berichtet. Um was für Schritte es sich handelt, präzisierte der Wettbewerbshüter jedoch nicht.
 
Vor gut zwei Jahren habe das Kartellamt ein Verwaltungsverfahren gegen Facebook eingeleitet. Derzeit beschäftige sich das Amt mit den Antworten des US-Unternehmens. Geprüft werde unter anderem, ob Facebook durch die Ausgestaltung der Vertragsbestimmung zur Verwendung von Nutzerdaten seine Marktmacht missbrauche, wie 'Reuters' schreibt. Dabei gehe es auch um das Sammeln von Nutzerdaten aus Drittquellen wie den Töchtern Instagram und WhatsApp.
 
Auch mit Amazon beschäftige sich das deutsche Kartellamt. Im Zentrum stehe die Beziehung von Amazon mit Händlern, die über den Amazon-Marktplatz ihre eigenen Produkte verkaufen. Man wolle prüfen, ob Amazon den Wettbewerb der anderen Händler behindere, so der Bericht.
 
"Unser Hauptaugenmerk gilt dem Schutz des Wettbewerbs in der Digitalwirtschaft", sagt Mundt in einer Mitteilung des Bundeskartellamtes. Sein Amt untersuche deshalb derzeit auch den Markt für Online-Werbung, Vergleichsportale und den Umgang der Hersteller von Smart-TVs mit deren Nutzerdaten. Ausserdem sei die EU-Kommission in digitalen Bereichen aktiv. Jüngst verhängte die europäische Behörde eine Rekordstrafe von über vier Milliarden Euro gegen Google. "Die Wettbewerbsbehörden in Europa sind gemeinsam dabei, Pflöcke einzuschlagen, die der digitalen Wirtschaft Leitplanken einziehen werden," so der deutsche Wettbewerbshüter in einer sprachlich etwas gewagten Aussage. (kjo)