UBS stösst den eigenen Robo-Advisor ab

2016 öffnete die UBS ihr Wealth Management auch für Normalsterbliche in Grossbritannien. UBS-Kunden mit bereits 18'000 Franken anzulegendem Vermögen wurden dazu über einen rein digitalen Service namens SmartWealth adressiert. Gedacht war der Dienst für digital affine Kleinkunden, die den Einstieg in die Vermögensverwaltung beabsichtigten.
 
Jetzt ist allerdings Schluss mit dem auf einem Robo-Advisor basierten Service. Was in der Schweiz nie eingeführt wurde, ist nun auch in Grossbritanien Geschichte.
 
Laut einem internen Schreiben der Grossbank, das der Nachrichtenagentur 'Reuters' vorliegt, sei die UBS "zwar zufrieden mit dem kommerziellen Fortschritt", glaube aber, dass "das kurzfristige Potenzial begrenzt ist". Das hätten Eva Lindholm, Wealth-Management-Chefin für Grossbritannien und Reto Wangler, COO Global Wealth Management, den Mitarbeitern mitgeteilt, schreibt 'Finews'.
 
UBS habe das geistige Eigentum von SmartWealth an das Fintech Sigfig in San Francisco verkauft, sei an der digitalen Wealth-Management-Firma aber beteiligt. Die Bank arbeitet in den USA seit zwei Jahren mit Sigfig zusammen.
 
Zum Volumen der Transaktion gab es keine Angaben. Unklar ist zudem, was mit dem rund 80-köpfigen SmartWealth-Team geschieht, das man extra aufgebaut hat.
 
'Finews' hält fest, es seien Zweifel an der Aussage angebracht, dank SmartWealth habe die Bank kommerziell Fortschritte erzielt: "Schon Jürg Zeltner, der inzwischen ausgeschiedene Wealth-Management-Chef der UBS, hatte vergangenes Jahr festgestellt, dass SmartWealth zwar ein hervorragendes Angebot habe, die Kunden jedoch ausblieben". Offenbar, so heisst es im Bericht weiter, waren ein Grossteil der SmartWealth-Kunden Mitarbeiter der UBS in Grossbritannien.
 
Übrigens war die UBS-Plattform Ende 2017 noch als "Best Use of IT in Private Banking/Wealth Management" ausgezeichnet worden. (vri)