NR-Kommission will Ärzte zum E-Patientendossier verpflichten

Die Schweizer Spitäler müssen sich laut Bundesgesetz bis 2020 am Netz des elektronischen Patientendossiers (EPD) beteiligen und das Dossier einführen. Teile der Ärzteschaft äusserten Bedenken wegen der Datensicherheit des EPD, wohl auch deshalb ist dieses für Ärzte mit eigener Praxis bislang freiwillig. Das will die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK-NR) nun ändern.
 
Nur Ärzte, die sich am System EPD beteiligen, sollen neu zu Lasten der Grundversicherung abrechnen dürfen, so eine Mitteilung der Kommission. Mit 19 zu einer Stimme und drei Enthaltungen hat die SGK-NR eine entsprechende Vorlage angenommen. Ärzte sollen demnach künftig nur noch eine Zulassung zur Grundversicherung erhalten, wenn sie sich einer zertifizierten Gemeinschaft für das EPD anschliessen.
 
Diese Gemeinschaften von Gesundheitsfachpersonen und Organisationen müssen die Vorgaben des Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier (EPDG) erfüllen. Sie sollen zusammen den sogenannten "nationalen EPD-Vertrauensraum" bilden, wie E-Health Suisse, die Kompetenz- und Koordinationsstelle von Bund und Kantonen mitteilt.
 
Die Kommission wird die Detailberatung nach der Herbstsession abschliessen. Damit das Parlament genügend Zeit hat, um die Vorlage zu beraten, sollen die geltenden Bestimmungen für Ärzte befristet bis Ende Juni 2021 verlängert werden. (ts)