Finanzkontrolle fordert Nacharbeiten für die künftige ERP-Strategie des Bundes

In einem gestern veröffentlichten Bericht von Anfang April 2018 hat die eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) das bisherige Vorgehen im ERP-Strategieprojekt SUPERB23 rekapituliert und umrissen, was in Zukunft zu tun ist.
 
Demnach sind in den vorliegenden Umsetzungsprogrammen des Informatikstrategieorgans des Bundes (ISB) in einer Vernehmlassung vom Februar "noch viele ungeklärte Fragen" aufgetaucht. Die EFK habe schon Verbesserungsvorschläge gemacht und hat in einer zweiten Untersuchung nun weitere Prüfungen vorgenommen.
 
Laut den jüngsten Resultaten, stellen die vorliegenden Dokumente "insgesamt eine gute erste Arbeitsgrundlage" dar. Allerdings seien für eine "solidere Entscheidungsgrundlage" noch einige Ergänzungen erforderlich.
 
Konkret angesprochen wird die Roadmap der Strategie. Die vorgeschlagenen Etappen und Meilensteine seien "ambitioniert, aber glaubwürdig" und die Aufwandsschätzungen erscheinen plausibel, schreibt die EFK. Ungewiss sei allerdings der Lieferzeitplan einzelner Funktionsmodule durch SAP. Heikel sei weiter, ob die nötigen internen und externen Ressourcen für die Migration verfügbar sind. Zudem bestünden Abhängigkeiten mit anderen ICT-Schlüsselprojekten der Bundes, die die "Umsetzung des neuen Softwarepakets starken Sachzwängen" aussetze. Diesen Risiken würde bisher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Zudem seien auch die Berechungsannahmen "nicht deutlich genug aufgezeigt". Das Fazit lautet, es fehle an Transparenz, denn "über die Zuverlässigkeit der vorliegenden Daten" könnten sich Leser der Roadmap keine eigene Meinung bilden, meint die EFK.
 
Dann kritisiert die EFK die definierten Anwendungsbereiche, Ziele und Grundsätze der künftigen Umsetzungsprogramme. Zwar bilden sie in der vorliegenden Form eine angemessene Arbeitsgrundlage, doch es existierten noch Widersprüche. Es fehlten Details zur Schlichtung von Konflikten bei der Umsetzung, Anwendungsbereiche seien nicht präzisiert und unter anderem auch quantifizierbare Rentabilitätsziele nicht definiert. Diese und weitere Punkte etwa zum Thema Governace sind laut EFK "im Rahmen der ergänzenden Abklärungen, die aktuell beim ISB im Gange sind", zu behandeln.
 
Im SUPERB23 genannten ICT-Schlüsselprojekt des Bundes wird die ERP-Strategie 2023 für die Supportprozesse der gesamten Bundesverwaltung ausgearbeitet.
 
Bekanntlich wird SAP den Support für ihre ERP-Suite ECC6 im Jahr 2025 einstellen. Auch der Bund will bis dann auf die neu programmierte, auf In-Memory-Technologie aufbauende Version S/4HANA umsteigen. Laut der ersten, vom ISB vorgelegten Strategieversion sind für die Modernisierung 665 Millionen Franken nötig. (vri)