Halbieren sich in der Industrie die Unfälle dank AR?

Die Erwartungen von über 80 Prozent der Unternehmen, die aktuell Augmented Reality (AR) oder Virtual Reality (VR) einführten, würden durch die Technologie erfüllt oder sogar übertroffen. Dies geht aus einem aktuellen Bericht des Beraters und IT-Dienstleisters Capgemini hervor. Zudem wollten sich die Hälfte der Firmen, die noch keine immersiven Technologien einsetzten, in den nächsten drei Jahren "intensiv" mit dem Thema befassen, schreibt das Unternehmen, das selber Dienstleistungen in dem Bereich anbietet.
 
Für den Report befragte Capgemini rund 700 in AR- und VR-Projekte eingebundene Führungskräfte aus der Automobil-, der Fertigungs- und der Versorgungsbranche. Insgesamt gingen 46 Prozent der Befragten davon aus, dass eine der Technologien innerhalb von drei Jahren bei ihnen zum Standard würde, 53 Prozent rechnen mit drei bis fünf Jahren. Die etwas wackelige Schlussfolgerung von Capgemini, die zugleich Titel der Studie ist: "Augmented und Virtual Reality sind in Unternehmen in drei Jahren Standard".
 
Bevorzugt würden die Technologien für Reparatur und Wartung eingesetzt, dabei setzten die Anwender auf digitale Referenzmaterialien, Remote-Expertise, Darstellung verborgener Komponenten und Anleitungen. Auch im Bereich Konstruktion und Montage finden AR und VR Anwendung.
 
Augmented Reality wird im Business bevorzugt: Zwei von drei Unternehmen gaben an, dass AR grössere Vorteile biete als VR, allerdings sei die Implementierung komplexer.
 
Vorteile und Hürden immersiver Technologien
Als grösste Vorteile nannten die Verantwortlichen von Firmen wie Ford, Siemens, BMW oder Boeing erhöhte Sicherheit sowie gestiegene Effizienz und Produktivität. Desweitern nannten einige Befragte auch Kosten- oder Zeiteinsparungen und die Reduktion der Fehlerrate.
 
Unter der Frage, wie man Wert aus immersiven Technologien extrahiert, gibt Capgemini einige Zahlen an: Die frühen erfolgreichen Anwender könnten in den Anwendungsfällen die Effizienz um 57 Prozent, die Sicherheit um 55 Prozent und die Produktivität um 52 Prozent steigern.
 
Für Unternehmen die grössten Hürden für Fortschritte in Sachen AR und VR sind laut Capgemini: die technologische Integration, die Datenverfügbarkeit, die Identifikation von Anwendungsfällen sowie das Suchen und Ausbilden von Fachkräften.
 
Für die Studie wurden 709 AR- und VR-Spezialisten von Firmen aus der Automobil-, Fertigungs- und Versorgungsbranche befragt. Fast die Hälfte der Unternehmen erzielt einen Jahresumsatz von mindestens fünf Milliarden Dollar. Die Teilnehmer stammten aus Deutschland, Frankreich, USA, China, Grossbritannien und Skandinavien.
 
Die Erhebung kann gratis von der Website von Capgemini heruntergeladen werden (PDF). (ts)