Avaloq wächst einstellig und will Raiffeisen-Migrationen beschleunigen

Avaloq wächst im einstelligen Prozentbereich, dies zeigte die Präsentation der ersten Halbjahreszahlen des Banken-Softwareherstellers. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf über 273 Millionen Franken. Der bereinigte EBITDA lag per Ende Juni bei 36 Millionen Franken.
 
Bei Temenos wäre man wohl enttäuscht über ein einstelliges Wachstum, die Genfer legen aktuell deutlich zweistellig zu.
 
Aber Dean Gluyas, Group CFO von Avaloq, zeigte sich in einem Konferenztelefon mit Medien sehr zufrieden, es sei aus seiner Sicht ein "starkes erstes Halbjahr". Insbesondere im EMEA-Raum sei man gut unterwegs, was auch die Risiken reduziere, die mit dem nachwievor sehr bedeutenden Schweizer Geschäft verbunden seien.
 
Weitere Hauptargumente für die Zufriedenheit seien, dass man es geschafft habe, die Zahl von "Days Sales Outstanding" (Anzahl der Tage zwischen dem Zeitpunkt der Rechnungsstellung bis zum Zahlungseingang auf dem Bankkonto) von 60 Tagen auf 45 Tage zu senken.
 
Und noch eine mit Superlativen gespickte Botschaft an all jene, welche vor einiger Zeit Liquiditätsprobleme vermutet hatten: Die Liquidität sei "äusserst robust, mit starken positiven Cashflows und einem signifikanten Anstieg der Barbestände gegenüber dem Vorjahr". Dies eröffne Perspektiven: "Wir haben sehr substantielle Möglichkeiten für Investitionen, Acquisitionen und den Schuldendienst", so Gluyas. Entsprechende Pläne hatte Avaloq-Group-CEO Jürg Hunziker im Gespräch mit inside-it.ch bereits angekündigt.
 
"Wirklich sehr sehr erfreut" sei er, so der CFO, über das Rating von Moody's und S&P Global. Moody's gibt Avaloq ein Rating von B2, S&P Global von B, beide bestätigen damit ihre 2017er Kreditbewertungen. Beide Agenturen klassifizieren ihren Outlook als "stable".
 
Insgesamt sehe man eine starke Verschiebung der Nachfrage hin zu Avaloqs SaaS- und BPaaS-Angeboten (Business Process as a Service). Dies sowohl von Banken wie von Vermögensverwaltern und nicht nur in der Region Asien-Pazifik, sondern auch in der Schweiz, in Grossbritannien und EMEA. 158 Banken und Vermögensverwalter zählt man in Zürich nun auf der Kundenliste.
 
An den Zielen 2018 will der Avaloq-CFO festhalten: Etwas mehr als 550 Millionen Franken Umsatz (2017: 550 Millionen Franken). In der Profitabilität werde man wegen des Verlusts des BSI-Deals eine Delle verzeichnen. Gluyas prognostiziert etwas mehr als 80 Millionen Franken Profit (EBITDA). 2017 waren es noch rund 100 Millionen Franken gewesen.
 
Ebenfalls hält man auf dem Weg zum IPO (der beim Conf-Call kein Thema war) daran fest, man wolle den Anteil an wiederkehrenden Einnahmen markant steigern.
 
Und Raiffeisen?
Auch bei der Migration des Kernbankensystems bei den Raiffeisen-Banken hat Avaloq laut Gluyas Boden gewonnen. Man könne nun das Rollout-Tempo erhöhen. "Ende September sollen 30 bis 40 Banken migrieren", so der CFO. Bis Ende 2018 sollen alle Raiffeisenbanken das neue Kernbankensystem nutzen, so die Prognose. (mag)