Evernote stellt 15 Prozent der Belegschaft auf die Strasse

Zwei Wochen nachdem bekannt wurde, dass Evernote gleich vier Top-Manager verloren hat, stellt das Unternehmen 54 Leute auf die Strasse. Er habe keine andere Wahl, als 54 Mitarbeitende zu entlassen, sagte CEO Chris O'Neill, seit 2015 an der Spitze des Unternehmens, laut 'Tech Crunch' an einem Meeting. Dies entspreche rund 15 Prozent der Belegschaft des Anbieters der Notizen-Software.
 
Aktuell nutzen 225 Millionen Menschen weltweit die Software, in der bis anhin über neun Milliarden Notizen erstellt wurden, so der CEO in einem Memo, das 'Tech Crunch' vorliegt. Das Unternehmen müsse sich anpassen und bestimmte Funktionen straffen, um in Bereiche wie Produktentwicklung und Engineering zu investieren.
 
Im ersten Halbjahr sei Evernote 20 Prozent gewachsen und man befinde sich in einer "stabilen Finanzlage", beschwichtigt O'Neill. Evernote verfüge über 30 Millionen Dollar in Cash und 2018 werde man mehr Geld einnehmen als ausgeben. Im Vorfeld aber habe er sich für das Jahr 2018 zu aggressive Ziele gesetzt. Obwohl man stetig gewachsen sei, habe Evernote zu schnell zu viele Ressourcen aufgewendet, schreibt O'Neill in einem Blogeintrag. "Wir haben Bereiche unseres Geschäfts in einer Weise aufgebaut, die sich als ineffizient erwiesen hat."
 
Evernote befinde sich in einer "Todesspirale", schrieb 'Tech Crunch' vor zwei Wochen. Ganz so drastisch sei die Lage nicht, glaubt 'Axios'. Denn der Stellenabbau könne das Unternehmen tatsächlich effizienter machen und müsse noch kein Zeichen des Untergangs sein. Und wenn man dem CEO Glauben schenken möchte, verzeichnet das 2008 gegründete Unternehmen aktuell Wachstum. (kjo)