SBB lässt interne AR-Plattform für 30'000 Anwender bauen

Können's die Österreicher von Evolaris nicht, kommt HP zum Zug.
 
Die SBB lässt eine Plattform für Augmented Reality aufbauen. Den Zuschlag für den Auftrag hat Evolaris Next Level in einem selektiven Verfahren erhalten. Die Firma aus dem österreichischen Graz soll nun in einer ersten Phase ein Konzept vorlegen.
 
Falls diese zur Zufriedenheit der SBB abgeschlossen werde, könnten die weiteren Leistungspakete aktiviert werden, so Daniele Pallecchi, Mediensprecher der Schweizerischen Bundesbahnen, auf Anfrage von inside-it.ch. Sollte das Konzept die SBB nicht zufriedenstellen, wird HP Schweiz zum Zuge kommen und seinerseits ein Konzept vorlegen können.
 
Die optionalen Leistungspakete umfassen Lieferung und Verfügbarmachung der AR-Plattform sowie den Betrieb, Support und die Wartung für fünf Jahre mit Option auf dreijährige Verlängerung. Zudem sieht der Auftrag die Umsetzung der beiden Use-Cases "Checklisten" und Videosupport" vor.
 
Ein Preis wird im Zuschlagsentscheid auf der Plattform Simap nicht genannt. Die SBB begründet dies nach Beschaffungsrecht mit den wirtschaftlichen Interessen der beiden Anbieter, die im "Finale" gestanden haben. Gegenüber inside-it.ch erklärt Pallecchi aber, dass das interne Standardprodukt rund 30'000 Mitarbeitende als potentielle künftige Nutzer habe und "viele weitere" Use-Cases in der Pipeline seien, die ebenfalls zu den optionalen Teilen des Auftrags gehörten.
 
Es gebe vermehrt Business Cases in denen AR eingesetzt werden könne, um Kosten zu senken oder die Qualität zu steigern, schreibt die SBB in der Ausschreibung vom April. Man wolle keine Insellösungen, sondern eine Plattform schaffen, auf der jede neue Lösung implementiert werden könne.
 
Die SBB testete schon im April letzten Jahres AR-Anwendungen mit der Zürcher Software-Schmiede Netcetera. Das Potential sehe man kurz- und mittelfristig vor allem in der Wartung und Schulung, teilte man damals mit. (ts)