Bundesrat: "Wir waren bereit das Risiko von Siroop mitzutragen"

Wie hoch waren die Verluste von Siroop? Wer bezahlt für das Debakel? Und welche Schlüsse sind für künftige Projekte von Swisscom – die schliesslich mehrheitlich im Besitz des Bundes sei – zu ziehen? Diese Fragen will SVP-Ständerat Alex Kuprecht vom Bundesrat beantwortet haben und hat darum bereits im August eine entsprechende Interpellation eingereicht.
 
Es liege nicht an der Schweizer Regierung, Informationen über Einzelheiten der Geschäftsführung zu veröffentlichen antwortete der Bundesrat nun. Ohnehin hält sich die Regierung bedeckt und nennt keinerlei Zahlen. Kuprecht verweist in der Begründung der Anfrage auf Schätzungen, denen zufolge Swisscom und Coop rund 50 Millionen Franken in den Online-Marktplatz Siroop investiert haben – und dabei nur Einnahmen von rund zehn Prozent der Summe verbuchen konnten.
 
"Indem die Schweizerische Eidgenossenschaft von Gesetzes wegen die Mehrheit am Aktienkapital von Swisscom hält, beteiligt sie sich im entsprechenden Ausmass an den unternehmerischen Risiken von Swisscom", so die Schweizer Regierung weiter. Sie anerkenne die Entscheidungsfreiheit des Verwaltungsrates in Bezug auf Geschäftsstrategie und -politik. Und sie sei bereit unternehmerische Risiken mitzutragen, die mit "begrenzten Investitionen" in die Erschliessung potenziell erfolgsversprechender neuer Geschäftsfelder verbunden seien – dazu gehöre eben auch das Unternehmen Siroop.
 
Der Bundesrat sehe keinen Anlass, die strategischen Ziele für Swisscom zu ändern, zumal der Konzern keine Abgeltungen von der öffentlichen Hand erhalte.
 
Seit Mai dieses Jahres ist Coop im Alleinbesitz des gemeinsam mit der Swisscom gestarteten Online-Markplatzes. Der Blaue Riese ist damals ausgestiegen, Coop integriert die Plattform in seinen Online-Vertriebskanal Microspot. Der Genossenschaft soll das Abenteuer rund 140 Millionen Franken Verlust eingebracht haben, berichtete die 'Handelszeitung'. (ts)