EU investiert eine Milliarde Euro in Supercomputer

Die EU bündelt Ressourcen aus 25 europäischen Ländern zum Aufbau einer europäischen Hochleistungsrecheninfrastruktur von Weltrang und investiert dafür über eine Milliarde Euro. Im November 2018 soll das gemeinsame Unternehmen EuroHPC (European High Performance Computing) gegründet. Der Ministerrat hat heute die entsprechende von der Kommission vorgeschlagene Verordnung beschlossen, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Schweiz
 
China und die USA liegen im Ranking der Supercomputer vorne. Europäische Forscher und Unternehmen müssten sich Top-Computer-Ressourcen oft ausserhalb Europas beschaffen. Nach Angaben der EU-Kommission verbraucht die EU-Industrie derzeit mehr als ein Drittel der weltweiten Rechenleistung von Supercomputern – bietet selbst aber nur fünf Prozent.
 
"Daten sind der Rohstoff unserer digitalen Wirtschaft. Wir brauchen Supercomputer, um sie zu verarbeiten, um künstliche Intelligenz zu entwickeln und um Lösungen für komplexe Fragen in Bereichen wie Gesundheit und Sicherheit zu finden", sagte der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizekommissionspräsident Andrus Ansip. Als Beispiele nennt er die Entwicklung neuer medizinischer Behandlungsmethoden, neuer Verschlüsselungstechniken oder die Untersuchung des Klimawandels zur Wettervorhersage.
 
Weitere Mittel stammen aus der Wirtschaft
Finanziert werden soll das neue europäische Supercomputer-System durch 486 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt und durch knapp 400 Millionen Euro aus den nationalen Haushalten der teilnehmenden Staaten. Bislang haben 25 europäische Länder ihre Beteiligung an dem gemeinsamen Unternehmen zugesagt: die Schweiz wird nicht gelistet. Weitere 400 Millionen Euro kämen aus dem Privatsektor.
 
Zwei Bereiche stehen im Fokus der Aktivitäten. Einerseits soll die Entwicklung eines europäischen Ökosystems für das Hochleistungsrechnen gefördert werden und Hochleistungsrechenkapazitäten für eine grosse Zahl öffentlicher und privater Nutzer bereitgestellt werden.
 
Zweitens soll eine europaweite Hochleistungs-Recheninfrastruktur entstehen. Dazu sollen zwei Supercomputer angeschafft werden, die zu den fünf führenden der Welt zählen, sowie mindestens zwei weitere, die heute zu den 25 besten der Welt gehören. Diese Anlagen werden mit bestehenden nationalen Hochleistungsrechnern vernetzt und öffentlichen wie privaten Nutzern in ganz Europa zur Verfügung gestellt.
 
Das gemeinsame Unternehmen werde in den kommenden Wochen seine Arbeit aufnehmen, sobald die Vertreter der Kommission, der europäischen Länder und der privaten Partner für seinen Vorstand und den wissenschaftlich-technischen Beirat ernannt worden sind. (kjo)