Zürich lässt Smart-City-ÖV-App bauen

Die App WienMobil.
Bild: Wiener Linien
Die Zürcher Verkehrsbetriebe vergeben einen freihändigen Auftrag an den Wiener IT-Dienstleister Upstream.
 
Man will in der Stadt Zürich auf den Wandel im Verkehrsmarkt reagieren. Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) haben heute einen entsprechenden Zuschlag über 605'000 Euro an die Firma Upstream Next Level Mobility publiziert. Der österreichische IT-Dienstleister soll für die VBZ eine Mobilitätsplattform bauen. Konkret werde erstmal eine App entwickelt, die den Usern in der Urbanregion Zürich die Kombination verschiedenster Verkehrsmittel erlaube, erklärt VBZ-Mediensprecherin Elina Fleischmann auf Anfrage von inside-it.ch.
 
Upstream ist eine Tochter der Wiener Stadtwerke und hat für die österreichische Hauptstadt eine App entwickelt, wie sie auch Zürich möchte. An dieser Lösung lässt sich ablesen, was die Zürcher Plattform künftig bieten dürfte: WienMobil verbindet ÖV, Fahrrad, Carsharing, Taxi und Fussweg, um verschiedene Reiserouten vorzuschlagen. Dabei berücksichtigt die App Abos und Carsharing-Mitgliedschaften der User. Zudem kann man in WienMobil Tickets buchen, Carsharing-Autos reservieren oder Taxis anfordern. Auch würden Zusatzinformationen wie Preis oder etwa Umweltfreundlichkeit angezeigt, so die Wiener Verkehrsbetriebe.
 
Was genau die neue Zürcher App umfassen wird, stehe derzeit noch nicht fest. Man denke aber auch über Funktionalitäten wie einen Echtzeitfahrplan und eine Wetterprognose nach, erklärt Fleischmann.
 
Die Lösung wird zugleich die Infrastruktur für eine intelligente Steuerung des Verkehrs bieten. Die anonymisierten Daten, die nach expliziter Einwilligung der Nutzer über die App gesammelt würden, seien die Grundlage für Anpassungen des öffentlichen Verkehrs, erklärt Fleischmann.
 
Das Projekt, das von der VBZ in Partnerschaft mit dem städtischen Tiefbauamt und der Dienstabteilung Verkehr gestaltet wird, ist Teil der Zürcher Smart-City-Strategie. Die Daten können auch die Basis für weitere Smart-City-Lösungen bieten.
 
Der Auftrag an Upstream wurde freihändig vergeben. Dies begründet die VBZ mit den technischen Besonderheiten des Auftrags. Das Wiener Unternehmen habe als einziger Anbieter sowohl die Datenhoheit bei der Stadt als auch eine Option auf die Erwerbung des Quellcodes garantiert. Auch werde die App auf einer bestehenden Lösung aufgebaut. Dies seien alles harte Ausschlusskriterien gewesen. "Wir wollten volle Transparenz und die Möglichkeit für eine eigenständige Weiterentwicklung garantiert haben", so Fleischmann. (ts)