Last-Minute-Wirbel im Rennen um die Pentagon-Cloud

Gleich zwei Tech-Giganten vollführen im Rennen um die Pentagon-Cloud in letzter Minute einen Strategiewechsel.
 
Microsoft kündigt einen ganz neuen Azure-Cloud-Service für Regierungskunden an. Dieser "Azure Government Secret Cloud Service" soll bis Ende des ersten Quartals 2019 verfügbar sein. Dies meldet die Nachrichtenagentur 'Reuters'.
 
Die Ankündigung hänge damit zusammen, dass Microsoft mit Amazon um einen Zehn-Jahres-Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium kämpft, der zehn Milliarden Dollar wert sein soll. Dieses Cloud-Projekt heisst JEDI (Joint Enterprise Defense Infrastructure) und das Pentagon will damit die Basis für eine modernere IT-Infrastruktur legen.
 
Microsoft seinerseits verspricht, mit der künftigen Azure-Lösung könne die US-Regierung Daten der höchsten Geheimhaltungsstufe in die Cloud bringen.
 
Ein Konkurrent von Microsoft und AWS nimmt sich derweil komplett aus dem Rennen: Laut 'Bloomberg' will Google nichts mehr mit der Pentagon-Cloud zu tun haben. "Wir bieten nicht mit für den JEDI-Vertrag, weil wir aktuell nicht sicher sein können, dass er unseren KI-Prinzipien entspricht", sagte ein Google-Sprecher in einer Erklärung. "Zweitens haben wir festgestellt, dass es Teile des Vertrags gibt, die mit unseren aktuellen staatlichen Zertifizierungen nicht umsetzbar sind." Man wolle sich aber um andere Regierungs-Clouds in den USA bewerben.
 
Der Entscheid kommt, nachdem Google-Mitarbeitende gegen eine Kooperation mit dem Pentagon opponiert haben, bei der es um den Einsatz von KI bei Drohnen ging.
 
Das Cloud-Projekt war von Anfang an auch deshalb umstritten, weil das Pentagon nur einem Cloud-Anbieter den JEDI-Vertrag geben will. Dies passte unter anderem IBM, Oracle und Google gar nicht. Ginge es um eine Multi-Cloud-Lösung, hätte Google für einzelne Teile mitgeboten, so der Konzern.
 
Die Ankündigungen von Google und Microsoft kommen in letzter Minute: Bis am 12. Oktober müssen die Angebote beim Pentagon eingereicht sein. (mag)