Huawei lanciert eigene KI-Chips

Der chinesische Computerbauer Huawei hat an einer Konferenz in Schanghai bekannt gegeben, dass er mit der Produktion eigener KI-Chips begonnen habe. Diese sollen in Servern die massive Rechenleistung bereitstellen, die es für Anwendungen im Bereich Machine Learning und künstliche Intelligenz braucht. Gegenwärtig nutzen Serverhersteller dazu hauptsächlich Chips von Nvidia oder Qualcomm.
 
Huawei will seine "Ascend" genannten KI-Chips nicht an andere Serverhersteller verkaufen, sondern nur für eigene KI-Server benützen, wie die Chinesen ankündigten. Trotzdem könnten sie den Markt für Infrastruktur weiter in Bewegung bringen und vor allem Druck auf die Preise ausüben. Angesichts der Strategie von Huawei in anderen Produktbereichen ist zu erwarten, dass seine Produkte billiger sein werden als vergleichbare Modelle, die beispielsweise HP, Dell, Cisco und Nutanix zusammen mit Nvidia entwickelt haben.
 
Ein grosser Grund für den Versuch durch die Herstellung eigener Chips günstiger KI-Infrastruktur produzieren zu können, dürften auch die Pläne Huaweis als Cloud-Provider sein. In China würde Huawei nur zu gerne Alibaba als Überflieger in diesem Geschäft ablösen, oder zumindest an dessen Vormachtstellung etwas kratzen. Für einen Provider, der in der Liga der Hyperscaler wie AWS, Google, Microsoft oder eben Alibaba mitspielen will, wird es immer unerlässlicher, seinen Kunden preisgünstige KI-Services aus der Cloud anbieten zu können, welche diese wiederum in eigene Services einbinden können. Und der grosse chinesische Konkurrent Alibaba hat vor drei Wochen angekündigt, ebenfalls eigene KI-Chips entwickeln zu wollen. (hjm)