Gartner-Prognosen: Blockchain wird Datenschutz-Probleme kriegen

Cloud, Künstliche Intelligenz, Blockchain, Diversity: Gartner hat Tipps für alle.
 
Gartner hat gesprochen. Gestern zu den generellen Tech-Trends. Nun zücken die Prognostiker ihre Tipps für IT-Anwender und Anbieter aus dem Hut.
 
Eine branchenübergreifende Auswahl:
 
Cloud ist der grosse Umorganisierer, so Gartner. Bislang interne gemachte IT-Aufgaben und interne Entwicklungen wandern ab zu externen Cloud-Anbietern. Bis 2022 bringen Cloud-Anbieter mehr Tempo und Flexibilität und ihre Produkte sorgen für Erlöse und nicht interne Entwicklungen.
 
Künstliche Intelligenz (KI) ist für Gartner ein grosses Thema, wenn auch ein zweischneidiges: "Bis zum Jahr 2020 werden 80 Prozent der KI-Projekte Alchemie bleiben", sieht Gartner vorher. Damit ziehen sie den Vergleich, dass seit 2500 Jahren viele kluge und weniger kluge Leute versuchen, Blei in Gold zu verwandeln und es keinem gelingt. Gegenwärtig und in den nächsten beiden Jahren dürften laut Gartner die grosse Mehrzahl von KI-Projekten ebenso erfolglos verlaufen. Das liege zum einen daran, dass es zu wenige kompetente KI-Experten gebe. Das liege zum anderen auch daran, dass KI nur begrenzte Aufgaben lösen könne und KI oft als "exotisch" gelte, was den Blick auf den Business-Value versperre.
 
Für das "Crypto-Valley Zug" und all die hiesigen Akteure der Finanzbranche dürften die Prognosen rund um Public-Blockchains bedenkenswert sein. "Bis zum Jahr 2021 werden 75 Prozent der Public Blockchains "Datenschutzvergiftungen" erleiden - sie enthalten persönliche Daten, welche die Blockchain und Datenschutzgesetzen unvereinbar machen". Nur wer Privacy-Fragen schon im Grunddesign beantworte, werde unbeschadet davon kommen. Der Gartner-Gratis-Tipp: Begegnen Sie der Gefahr, Daten zu speichern, deren Löschung die Integrität der Blockchain kompromittiert. Dabei sei entscheidend, dass bei Public Blockchains wie beim Internet niemand zur Verantwortung gezogen werden könne. Das sei mit Datenschutzgesetzen nicht vereinbar.
 
Auf Organisations-Ebene müssen IT-Arbeitgeber Diversity, Inklusion und rasche Entscheidungen auf unterer Hierarchieebene an der Geschäftsfront fördern. 75 Prozent der Organisationen, welche dies richtig machen, würden ihre finanziellen Ziele übertreffen, versprechen die Auguren von Gartner.
 
Wer sich als IT-Anbieter oder Anwender speziell mit Gesichtserkennung, KI im Gesundheitsbereich oder Cyberbulling und anderem mehr auseinandersetzen will, dem seien die weiteren Prognosen von Gartner ans Herz gelegt. (mag)