Gartner prognostiziert das grosse Finanz­dienstleister-Massaker

Gartner liefert dicke Post aus: 80 Prozent der etablierten Finanz-Dienstleister seien bis 2030 verschwunden oder übernommen worden oder hätten zumindest ihre Wettbewerbsfähigkeit eingebüsst. Denn sie müssten mit weltweiten Digital-Plattformen, Fintech-Unternehmen und anderen nicht-etablierten Playern konkurrieren, so das Orakel von Gartner.
 
David Furlonger, Vice President beim Marktforscher, hat auch einen Tipp zur Hand: "Etablierte Finanz-Dienstleister müssen schneller digital werden, indem sie digitale Plattformen schaffen oder Nischenprodukte und -services auf anderen Plattformen verkaufen."
 
Unter den 20 Prozent Überlebenden etablierten Firmen nach dem grossen Massaker vermutet Gartner drei Typen von Unternehmen:
 
Sogenannte Power-Law-Firmen: Sie besässen eine eigene digitale Plattform und nutzten diese, um aus Kunden-Informationen neue Services zu entwickeln und neue Märkte zu erschliessen. Aber nur gerade fünf Prozent der besten Unternehmen hätten überhaupt das Potential, um diesen Weg eizuschlagen.
 
Fintechs: Diese würden die traditionellen Dienstleister in ausgewählten Bereichen ablösen und digitale Plattformen nutzen, aber nicht besitzen. Immerhin 15 Prozent der etablierten Finanzunternehmen würden sich zu Fintechs wandeln oder solche abspalten, so Gartner.
 
Long-Tail-Firmen: Dank der niedrigen Kosten durch digitale Plattformen könnten einige traditionelle Anbieter als Service-Broker auftreten. Und zwar für grosse Bevölkerungsgruppen von Armen und Arbeitern auf der ganzen Welt, die bisher keine profitablen Kunden waren, wie Gartner vermutet. Ausserdem könnten sie gebündelte Leistungen für vermögende Kunden anbieten. Rund 80 Prozent der erfolgreichen traditionellen Finanzdienstleister könnten hier ihre neue Heimat finden. (ts)