Post Schweiz will verstärkt auf AWS setzen

Mit dem Aufbau einer "technischen Cloud Foundation" will die Schweizer Post künftig "eine breitere und intensivere Nutzung von Amazon Web Services (AWS) ermöglichen". Das ist der wesentliche Grund dafür, dass die Post laut Simap in einem freihändigen Vergabeverfahren für die nächsten vier Jahre Cloud-Computing-Leistungen im Umfang von vier Millionen Franken von AWS beziehen wird. Jährlich werden eine Millionen Franken an die Schweizer AWS-Filiale gehen, heisst es im Zuschlag. Der Auftrag kann zweimal um je ein Jahr verlängert werden.
 
Zum Hintergrund schreibt die Post, dass schon seit mehreren Jahren "im liberalisierten Bereich" in kleinem Umfang IaaS- und PaaS-Angebote von AWS genutzt werden. Gemeint seien Konzernbereiche wie beispielsweise Postlogistics oder der IT-Service-Sektor Swiss Post Solutions, konkretisiert Pressesprecher François Furer auf Anfrage.
 
Weiter heisst es in dem nun erfolgten Zuschlag, dass neben dem Aufbau der Cloud Foundation auch das bereits gewonnene Know-How und die Ausbildungsanstrengungen in die künftige AWS-Nutzung fliessen sollen. So könnten die "getätigten Investitionen gesichert und ein kostenintensiver Wechsel auf eine andere Plattform vermieden werden".
 
Für AWS sprächen aber auch die sich rasch entwickelnden "höherwertigen Services" unter anderem in den Bereichen Big Data und Analytics, Machine Learning, IoT, AR und VR. Die Post "will diese neuen Möglichkeiten zeitnah in innovative, digitale Produkte implementieren".
 
Nötig sei es auch, dass der Provider eine breite Palette an dedizierten Instanzen anbieten könne, heisst es weiter. Die könne nur AWS "in der geforderten Art und Weise erfüllen", schreibt die Post mit dem Hinweis auf den Gartner Magic Quadrant für IaaS.
 
Auf die Frage nach den mit Cloud-Lösungen adressierten Kunden nennt Furrer die Bedürfnisse interner Funktionsbereiche der Post wie zum Beispiel Finanzen, Personal, Informatik und Kommunikation.
 
Er streicht schliesslich noch heraus, dass die Post neben AWS "diverse Cloud-Services von verschiedenen Anbietern" einsetzt und insgesamt "deren Nutzung kontinuierlich" ausbaue. Reale Prozesse als Beispiele für den Cloud-Einsatz will Furrer aber keine nennen. Denn die Post wolle hier "keine detaillierten Einblicke in ihre ICT-Strategie sowie in die konkreten Kundenbedürfnisse geben". (vri)