Hacker stehlen Pläne des AKW Fessenhein

Angreifer haben beim französischen Baukonzern Ingérop eine grosse Menge an sehr sensiblen Daten gestohlen. Die Daten wurden auf einem Server eines kleinen deutschen Hosters veröffentlicht, worauf dieser schon im Juli von der deutschen Justiz beschlagnahmt wurden. Die französischen Behörden hatten die Aktion veranlasst, weil die Veröffentlichung der Daten die "nationale Sicherheit Frankreichs gefährden" würde.
 
Die 'Süddeutsche Zeitung', 'Le Monde' und der 'Norddeutsche Rundfunk' haben die gestohlenen Daten nun analysiert. Das Ergebnis zeigt, dass die Behauptung der französischen Behörden nicht übertrieben ist. Unter den gestohlenen Daten sind zum Beispiel die Baupläne eines Hochsicherheitsgefängnisses, Dokumente über das umstrittene Atomkraftwerk Fessenheim im deutsch-französisch-schweizerischen Grenzland und viele Dokumente über ein geplantes Atommüll-Endlager in Frankreich. Zusätzlich gibt es Informationen über mehr als 1200 Mitarbeitende des Baukonzers. Insgesamt sind es gemäss den drei Medien 65 GB an Daten in rund 11'000 Files. Sie sind sind gemäss 'Süddeutsche Zeitung' im Darknet auffindbar.
 
Das Endlager-Projekt im nordfranzösischen Bure ist heiss umstritten. Ob der Angriff mit den Protesten gegen das geplante Endlager zu tun hat, weiss man nicht. In Frankreich ermittelt gemäss der 'Süddeutschen' der Inlandgeheimdienst. (hc)