Postfinance hat (ein bisschen) schlechte Nachrichten für Twint

Die Handy-App von Postfinance soll eine Wallet-Funktion erhalten und weltweit das mobile Bezahlen ermöglichen. Dies berichtet die 'Handelszeitung'. Damit kannibalisiere das Institut ihr Twint, argumentiert das Wirtschaftsmagazin.
 
Die Bezahlfunktion ist allerdings nicht neu. Sie wird heute schon für die Debit-Karte von Postfinance angeboten, wie Pressesprecher Johannes Möri auf Nachfrage von inside-it.ch bestätigt. Neu sollen aber künftig Kredit-Karten auf der App hinterlegt werden können.
 
Man halte das Smartphone in die Nähe eines Terminals und bestätige die Transaktion mittels Fingerabdruck. Dabei kommt die NFC-Technologie zum Einsatz, die allerdings von Apple für Drittanbieter gesperrt ist und darum auf iPhones nicht zur Verfügung steht.
 
Im Juli hatte Twint noch verkündet 850'000 Nutzer zu zählen und bis in fünf Jahren 90 Prozent Marktabdeckung erreichen zu wollen. Glaubt Postfinance mittlerweile nicht mehr an die Lösung? Es gebe diesbezüglich keinen Strategiewechsel, versichert Möri. Der neuste Schritt von Postfinance sei nicht so gravierend.
 
Gute News für Twint sind es aber natürlich nicht, dass Postfinance-Kunden künftig auch ihre Kreditkarten auf der App hinterlegen können.
 
Twint wurde 2015 schweizweit lanciert. Die Lösung steht unter einem schlechten Stern und gab immer wieder Anlass zur Diskussion. Ursprünglich war Twint von Postfinance ins Leben gerufen worden, wurde aber nach dem Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Paymit einem breiten Konsortium von Banken übergeben. (ts)