Googler müssen lernen, was Belästigung ist

Google-Chef Sundar Pichai wendet sich in einem Blog-Beitrag an die Mitarbeitenden. In der "Nachricht an unsere Mitarbeiter" verspricht er einen "umfassenden Aktionsplan", um das Arbeitsklima zu verbessern.
 
Bekanntlich haben Google-Mitarbeitende letzte Woche weltweit mit einem massenhaften "Walkout" gegen die schlechte Arbeitskultur beim Internet-Giganten protestiert. Auch in Zürich, wo sich der grösste Entwicklungsstandort Googles ausserhalb der USA befindet. Kritisiert wird inbesondere, dass Google Fälle von sexueller Belästigung unter den Tisch gewischt habe und dass eine Kultur der Diskriminierung herrsche.
 
Pichai verspricht den Angestellten verschiedene organisatorische Massnahmen. So will Google Fälle sexueller Belästigung genauer untersuchen und vor allem die Möglichkeiten, solche Fälle zu melden, verbessern. Betroffene von sexueller Belästigung und Übergriffen in den USA können künftig entscheiden, ob sie ihren Fall vor ein Google-internes Schiedsgericht bringen wollen. Bisher war der Gang zum Schiedsgericht vorgeschrieben. Ausserdem will der Konzern das "verpflichtende Training bezüglich Belästigung aktualisieren und erweitern." Die (Nicht-)Teilnahme soll in die Mitarbeiter-Beurteilung einfliessen. Schliesslich will der superprofitable Konzern eine "inklusive Unternehmenskultur für alle" schaffen, schreibt Pichai. Googles Massnahmen sind in einem dreiseitigen PDF beschrieben.
 
Neun Google-Mitarbeitende, die sich selbst zu den Organisatorinnen der Proteste von Anfang November zählen, reagierten umgehend. Google habe Fortschritte gemacht. Sie kritisieren aber, dass einige zentrale Forderungen nicht erfüllt werden. Insbesondere berichtet der oder die "diversity officer" nicht direkt an Pichai. Und externe Kontrakt-Mitarbeitende, die mehr als die Hälfte der Belegschaft ausmachen, würden weiterhin von vielen Begünstigungen der Firma ausgeschlossen. (hc)