In der Schweiz werkelt weiterhin Europas grösstes Rechenhirn

Platz fünf der zehn grössten Rechensystemen der Welt wird vom Supercomputer-Stolz der Schweiz besetzt: Der von Cray stammende "Piz Daint" des CSCS in Lugano ist mit seinen 19,6 Petaflops weiterhin Europas grösster Computer.
 
China baut seine Position als Platzhirsch der Supercomputer-Nationen aus. Inzwischen werkeln im Land der aufgehenden Sonne 227 Grossrechensysteme. Das sind 21 Superrechner mehr als noch vor einem halben Jahr und inzwischen 45 Prozent aller Supercomputer der Welt. Laut der aktuellen Top-500-Liste der Supercomputer hat dagegen die USA mit 109 Grossrechnern (vor sechs Monaten noch 145) einen "Allzeit-Tiefststand" erreicht und beherbergt nur noch 22 Prozent aller Supercomputer.
 
Anders sieht es gemäss Ranking aus, wenn nicht die Masse der Systeme sondern deren Klasse gezählt wird. In dieser Kategorie liegen die USA mit 38 Prozent der weltweiten Grossrechnerkapazität vor China mit 31 Prozent der Leistung.
 
Bei der im Sommer nach Jahren wieder zur Nummer eins aufgestiegenen USA, ist beim IBM-Supercomputer "Summit" die Leistung von 122,3 auf 143,5 Petaflops verbessert worden. Das ist Rang eins. Neu ist auf Platz zwei ebenfalls ein amerikanischer Grossrechner: Der "Sierra" ebenfalls von IBM liefert 94,6 Petaflops und hat damit den früheren chinesischen Spitzenreiter "Sunway TaihuLight" mit 93 Petaflops knapp auf den dritten Rang verwiesen. Platz vier belegt mit dem Tianhe-2A (61 Petaflops) wiederum China.
 
Die Ränge sechs bis zehn teilen sich dann die USA, Japan und Deutschland. So stehen mit dem Trinity (20,1 Petaflops) und Titan (17,5 Petaflops) von Cray sowie dem IBM-Rechner Sequoia (17,1 Petaflops) weitere drei Top-Supercomputer in den USA. In Japan ist der ABCI von Fujitsu (19,8 Petaflops) angesiedelt und Lenovo hat den SuperMuc (19,4 Petaflops) gebaut, mit dem sich Deutschland wieder in der obersten Grossrechnerliga positioniert hat.
 
Interessant ist die Zunahme an Supercomputern auf der Liste, die mehr als ein Petaflop im sogenannten Linpack-Benchmark liefern: Waren es vor sechs Monaten noch 272 Systeme, sind es nun 429.
 
Bei den Systemherstellern hat wiederum China die Nase vorn: Lenovo hat mit 140 Grossrechenanlagen seine Lead-Position gefestigt. Zudem verlor der amerikanische Hersteller HPE weiter an Marktanteilen und wurde von Inspur (84) und Sugon (57) aus China überholt. Aus den US stammen jetzt noch 49 Systeme von Cray sowie 46 von HPE (46). Dahinter reihen sich 22 Systeme vom französischen Hersteller Bull, 15 Grossrechner von Japans Hersteller Fujitsu und 14 Riesenmaschinen von Huawei aus China ein. Dann erst folgen aus den USA noch einmal 13 Supercomputer von Dell EMC und 12 von IBM.
 
Und wiederum wurden mit 95,2 Prozent die allermeisten Prozessoren aus dem Hause Intel in diese "Superhirne" verbaut. Nur drei Systeme sind gemäss der neuesten Top-500-Liste mit AMD-CPUs ausgerüstet. (vri)