Brand reisst Millionen von Koreanern aus dem Internet

Viele Millionen von Einwohnern der südkoreanischen Metropole Seoul mussten sich am Wochenende eine unfreiwillige Internetauszeit nehmen. Der Grund war ein Brand in einem grossen Kabeltunnel unterhalb eines Gebäudes des Telcos KT. In diesem Tunnel waren rund 170'000 Telefonlinien sowie 220 Glasfaser-Kabelbündel verlegt.
 
Der Brand brach am Samstag um ungefähr elf Uhr koreanischer Zeit aus. Danach dauerte es rund zehn Stunden, bis er gelöscht war. KT konnte daraufhin nach und nach die Internetverbindungen wiederherstellen.
 
Aber viele KT-Kunden hatten laut südkoreanischen Medienberichten noch bis in den späten Sonntag hinein keinen oder nur unzuverlässigen Internetzugang. Von den Ausfällen betroffen waren sowohl mobile als auch Festnetzanschlüsse. Letzteres bedeutete, dass beispielsweise auch viele Kreditkartenterminals in Ladengeschäften nicht mehr funktionierten.
 
Gemäss südkoreanischen Medien ist im Land nun eine Diskussion über die offensichtliche Verwundbarkeit einiger Bereiche der Internetinfrastruktur des Landes ausgebrochen. Insbesondere die laschen Brandschutz-Vorschriften des Landes geben zu reden. Anscheinend gab es im betroffenen Kabeltunnel nur gerade einen einzigen Handfeuerlöscher und keinerlei automatische Brandschutzanlagen. Und dies war völlig im Einklang mit den Vorschriften. Denn diese, so berichtet 'The Korea Times', schreiben Brandschutzanlagen erst bei Tunnellängen von mehr als 500 Metern vor. Der Tunnel, in dem das Feuer ausbrach, war aber etwas weniger lang als 500 Meter. (hjm)