BIZ: Tech-Giganten bedrohen Existenz mancher Finanzinstitute

Internetriesen wie Amazon oder Alipay stellen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zufolge eine grosse Bedrohung für traditionelle Kreditinstitute dar.
 
Die enorme Menge der von ihnen gesammelten Daten verschaffe diesen Konzernen Vorteile, warnte der Chef der als Bank der Notenbanken geltenden BIZ, Agustin Carstens, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'Reuters'. Sie könnten mehr Informationen über Ausgaben und Lebensweise ihrer Kunden sammeln, was zu einer besseren Beurteilung der Kreditrisiken führe.
 
"Das ist sehr gross", sagte der frühere Chef der mexikanischen Notenbank. "Dies kann eine existenzielle Bedrohung für einige Finanzunternehmen darstellen."
 
Alipay, der Bezahldienst des chinesischen Amazon-Rivalen Alibaba, holt bei der Marktkapitalisierung zur Grossbank HSBC auf. Das starke Wachstum von Alipay und anderen Unternehmen wie Tencent hat die chinesischen Regulierungsbehörden dazu veranlasst, Massnahmen für deren bessere Überwachung zu ergreifen.
 
Möglich ist, dass US-Giganten wie Amazon, Google oder Social-Media-Firmen wie Facebook in den Bereich der Finanzdienstleistungen expandieren. Im März waren Gerüchte laut geworden, dass Amazon ein eigenes Bank-Konto-Angebot plane. Erst Ende November wurde dann bekannt, dass Amazon seine Bezahllösung Amazon Pay vorantreiben will. Auch Facebook, Google und Apple experimentieren offenbar im Feld mit viel Geld.
 
"Jedes Modell ist anders, aber was universell ist, ist die Nutzung von Informationen", so Carstens. "Amazon hat nicht viel von einem offenen Finanzvermittlungsmodell und keine Finanzabteilung wie Alipay, aber es gibt nichts, was die daran hindert, sie zu entwickeln." (sda/ts)