IBM verkauft Notes nach Indien

Für viele Milliarden Dollar gekauft, für 1,8 Milliarden nach Indien abgeschoben.
 
IBM verkauft für gerade mal 1,8 Milliarden Dollar ganze Software-Familien an den indischen IT-Konzern HCL. Dies gab HCL gestern Abend bekannt. Ende Oktober teilte "Big Blue" mit, dass man den Cloud-Software-Hersteller Red Hat für 34 Milliarden Dollar zu kaufen will. Nun will man offenbar Altlasten los werden.
 
Die bekannteste Software-Familie, die IBM an HCL verkauft, ist die Groupware- und Software-Entwicklungsplattform Notes und Domino. IBM hatte den Notes-Hersteller 1996 für vier Milliarden Dollar übernommen. Das war die gemäss Wikipedia bis dahin grösse Software-Übernahme der Geschichte!
 
Weiter verkauft IBM Appscan (Entwicklung), BigFix (Device-Management, 2010 für 400 Millionen Dollar gekauft), Unica (Marketing-Automatisierung, 2010 für 450 Millionen geschluckt), Commerce (OmniChannel-Software, 2010 für 1,4 Milliarden Dollar gekauft), Portal und Connections. Der wankende IT-Koloss hat also vor Jahren und Jahrzehnten weit über sechs Milliarden Dollar für die Lösungen ausgegeben, die man nun für einen Bruchteil an den indischen Partner abschiebt.
 
Entwicklung von Domino bereits an HCL ausgelagert
Dass IBM Notes und Domino loswerden will, ist keine Überraschung. Denn schon vor einem Jahr wurde bekannt, dass IBM die Weiterentwicklung der Kommunikationsplattform an HCL auslagert.
 
Noch immer gibt es in der Schweiz eine zwar schrumpfende aber keineswegs verschwundene Community an Usern von Notes und Domino. Zu ihr gehören auch Firmen, die Lösungen auf Basis von Domino entwickeln. Interessanterweise schätzt man in einem nicht datierten Blogeintrag auf der Webseite der Swiss Notes User Group (SNoUG) die Zusammenarbeit von IBM und HCL als positiv ein. HCL "nehme die Sache ernst", heisst es da. (hc)