Centris gewinnt Helsana-Deal

Der IT-Dienstleister wird Migration und Betrieb des Systems für Helsanas B2B-Geschäft für mindestens 10 Jahre übernehmen.
 
Helsana hat mit dem IT-Dienstleister Centris einen Outsourcing-Vertrag für das Firmenkunden-Geschäft bis mindestens Ende 2029 unterzeichnet. Das Solothurner Unternehmen soll für Helsana seine Kernlösung für Kranken- und Unfallversicherer Swiss Health Platform (SHP) zur Verfügung stellen.
 
In einem rund zweijährigen Projekt werden die bisherigen Kernsysteme von Helsana abgelöst und dabei Daten aus etwa 50 Versicherungsprodukten sowie Prämienvolumina von rund 700 Millionen Franken aus Krankentaggeld und Unfallversicherung migriert. Auf Nachfrage von inside-it.ch erklärt Centris Kommunikations-Leiterin Hélène Cortès, dass das Projekt bereits laufe und Ende nächstes Jahr abgeschlossen werden soll.
 
Für Centris ist es ein Riesendeal. Rund ein Viertel der Kräfte des Dienstleisters, der nach eigenen Angaben etwa 250 Mitarbeiter zählt, würden in das Vorhaben eingebunden, schreibt das Unternehmen. Centris-CEO Patrick Progin präzisiert gegenüber inside-it.ch: Man rechne für das Transformationsprojekt mit rund 15'800 Personentagen und stelle dafür ein Kernteam von 20 bis 30 Personen, die von weiteren Mitarbeitern unterstützt würden.
 
Warum sourct Helsana nun aus?
Hans-Peter Keller, CIO von Helsana, zeigt sich in einer Mitteilung zuversichtlich, dass die Lösung Ende 2019 eingeführt werden kann. Der Krankenversicherer setzt bereits seit 2012 für Leistungsabwicklung und Rechnungsprüfung auf Syrius des St. Galler Softwarehauses Adcubum. Nach Abschluss des dreijährigen Projekts Excelsior rechnete der Versicherer mit jährlichen Kosteneinsparungen in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags. Vor knapp zwei Jahren hatte Helsana schliesslich die Einführung der letzten Module abgeschlossen.
 
Für das Outsourcing habe man sich nun entschieden, weil man sich Effizienzgewinne verspreche und weil es die Gesamterneuerung der Applikationslandschaft unterstütze, erklärt Stefan Heini, Mediensprecher von Helsana, auf Anfrage von inside-it.ch. "Helsana hat sich nicht erst jetzt entschieden, sondern die Erneuerung der gesamten Applikationslandschaft sowohl im Individualgeschäft wie auch im Unternehmensgeschäft langfristig geplant und vorbereitet. Die jetzt laufende Umsetzung ist somit Teil der Zielsetzungen der laufenden Strategieperiode", so Heini weiter.
 
Das zentrale Modul der SHP von Centris basiert auf Syrius. Centris bietet zusätzliche Module wie EDI & Claim Management, Data-Warehouse, Archiv, Workflow, Office-Integration, Output-Management und Benutzer- und Zugriffsverwaltung. Bislang setzten acht Versicherer auf das Full-Outsourcing-Angebot von Centris, 2019 soll nun eben Helsana dazustossen.
 
Centris übernimmt mit dem Outsourcing-Deal keine Mitarbeiter aus dem IT-Team von Helsana, wie Pressesprecherin Cortès erklärt. Der Versicherer beteuert aber auf Nachfrage: "Es gehen deswegen bei Helsana keine Arbeitsplätze verloren". Ein Teil der Applikationen sei bereits zuvor von Centris betreut worden. Die Mitarbeitenden der von Helsana betriebenen Applikationen hätten in der IT-Organisation neue Rollen übernommen, so Helsana-Sprecher Heini. (ts)